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Tragehilfen im Test
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Tragehilfen im Raben-Test (2004):
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Unsere Tragetests wurden alle von trageversierten Müttern durchgeführt. Die Bewertung der Tragehilfen bezieht sich insbesondere auf folgende Testkriterien:

  • Anhockspreizstellung (Die Kniekehle muss höher sein als der Bauchnabel),
  • gute Stützung des Rückens,
  • gute Gewichtsverteilung für den Träger/die Trägerin,
  • Schadstoffe im Gewebe

>> Informationen zu unterschiedlichen Tragehilfen findet ihr in unserem Text "Tragehilfen - was ist was?

>> Informationen und Testergebnisse zu diversen Tragetüchern gibt es in unserer Tragetuchvorstellung

Tragesäcke/-sitze, sonstige Tragehilfen:

BabyBjörn Tragesitz
BabyDan Tragesitz
Glückskäfer Tragesack

BabyBjörn Tragesitz

Diese Bauchtrage (bewertet wird das Original-Modell von 2000) - so schick, populär und modern sie sein mag - hat mich in der Praxis (genau 4 Wochen lang) überhaupt nicht überzeugt! Positiv finde ich allenfalls das moderne Design und die relativ leichte Handhabung. Außerdem ist er maschinenwaschbar.
Aber dann geht es los mit den Minuspunkten:
Ich fange unten an, bei dem viel zu schmalen Steg auf dem das Baby mit fast seinem ganzen Gewicht sitzt (Bei kleinen Jungs tut es dem Hoden sicherlich nicht gut). Die Beinchen sind nicht im 90°-110°-Winkel angehockt und mindestens 45° gespreizt, sondern hängen herunter. Dies kann der Hüftentwicklung schwer schaden. Der Rücken wird nur von hinten gestützt, das Baby kann seitlich in der Wirbelsäule abknicken. Außerdem wird von der Rückenlehne nicht genug Gewicht abgefangen. Die Wirbelsäule kann hierdurch zusammengestaucht werden, da das Gewicht nur am Gesäß gehalten wird und der Rücken gerade gestützt wird und nicht leicht gerundet, wie es für Babys von Vorteil wäre. Kopf und vor allem Nacken konnte ich trotz allem Bemühen mit der Kopfstütze überhaupt nicht zufriedenstellend abstützen, dazu ist sie viel zu steif. Die Plastikschnallen störten und drückten meine Tochter.
Ganz ungesund ist die beworbene Tragemöglichkeit, bei der das Baby nach vorne schaut: Dabei liegt das gesamte Gewicht auf dem Schambein. Hier entsteht bei Jungen sehr viel Druck auf die Hoden. Das Baby hat auf Dauer fast nur die Möglichkeit zum Einknicken oder zum Hohlkreuz, ganz besonders, wenn eine Frau es trägt (durch die Brust).
Mir als Trägerin schnitten die Schultergurte schon bei relativ geringem Gewicht des Babys ein. Obwohl meine Tochter damals noch sehr klein und leicht war, wurde sie mir im BabyBjörn sehr schnell viel zu schwer.
Ein weiterer Minus-Punkt ist der hohe Preis verglichen mit der kurzen Nutzungsdauer - der BabyBjörn kann nur von 3,5kg (und mindestens 53 cm) bis 10 Kilo genutzt werden. Tragen auf dem Rücken ist nicht möglich. Bei kräftigeren Babys ist also schon nach wenigen Monaten Schluss mit BabyBjörn, und dafür finde ich ihn auch entschieden zu teuer!
Mein Fazit: Wer nur sehr selten mal ein kurzes Stück tragen will, dem würde ich sagen: Lieber BabyBjörn als gar nicht tragen! Wer sein Kind aber regelmäßiger tragen möchte, der sollte seinem Baby und sich selbst eine bessere Bauchtrage oder ein Tragetuch gönnen!

Bewertung: Kein Rabe!

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BabyDan Tragesitz

Der BabyDan ist ein preiswerter Nachbau des BabyBjörns (siehe BabyBjörn) - und genau dafür halte ich ihn auch: Für die Billig-Variante einer ohnehin schlechten Bauchtrage. Noch weniger empfehlenswert, da alle beim BabyBjörn bereits beschriebenen Nachteile noch offensichtlicher sind. Ich besitze seit 3 ½ Jahren einen geschenkten BabyDan und verkaufe ihn nur deshalb nicht, weil ich nicht möchte, dass ein Baby meinetwegen darin getragen werden muss. Er ist wirklich "Huddel" und das konnte ich schon nach der Geburt meiner Tochter ohne jede tragende Erfahrung erkennen. Tut euch das nicht an.

Bewertung: Kein Rabe!

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Glückskäfer Tragesack

Den Käfer nutzte ich, seit mein Sohn 8 Wochen alt ist, gelegentlich bis er ca. 8 Monate alt war, seitdem nur noch sehr selten. Ich besitze die neuere Variante, mit Weitenregulierung durch Zugband, erhältlich ist auch eine Variante, bei der die Weite durch Abnäher reguliert wird.
Der Glückskäfer ist eine der ganz wenigen Bauchtragen, die für Babys Körperhaltung wirklich empfohlen werden können. Neben dem Tragetuch ist es meines Wissens die einzige Tragemöglichkeit, die von Ökotest als "empfehlenswert" eingestuft wurde. Dennoch bekommt der Glückskäfer nur drei meiner fünf möglichen Raben.
Zu den Gründen: Zum einen finde ich das Anlegen und Anpassen des Käfers schon reichlich kompliziert. Sitzt das Baby einmal, überzeugt mich die Spreiz-Anhock-Haltung der Beinchen und die sichere Stütze des Rückens im unteren Bereich. Nicht ganz glücklich war ich mit der Stütze von Nacken und Köpfchen, je nach Größe des Babys ist der Kopf nicht leicht zu stützen, oder die Oberkante des Außenbeutels drückt Baby im Genick, ebenso können die Zugbandschnallen stören. Ich brauchte beim kleinen oder schlafenden Baby doch immer eine Hand am Babykopf. Überhaupt hat mich und vor allem meinen im Glückskäfer getragenen Sohn das "zwei Beutel - System" nicht gerade überzeugt: im Außenbeutel war es ihm von Anfang an zu eng, doch waren Arme und Beine einfach noch zu kurz um sie durch die dafür vorgesehenen Öffnungen rausschauen zu lassen, ihm fehlte es an Bewegungsfreiheit der Arme. Später schienen mir die Beinöffnungen auch irgendwie zu hoch, die Armöffnungen zu tief … Es "saß" bei uns einfach nicht ideal, könnte ich vernünftig nähen, hätte ich mir die Öffnungen ein Stück versetzt.
Ein weiterer kleiner Minuspunkt: Mir persönlich ist der Glückskäfer sehr schnell zu schwer geworden. Das Gewicht verteilt sich auf zwei relativ schmalen Schultergurten, an den Hüften sind diese Gurte noch schmaler und ungepolstert, schneiden auf Dauer bei schwereren Babys etwas ein. Längeres Tragen im Glückskäfer kam bei mir schon mit 7-8 Kilo nicht mehr in Frage. Auch die Tragemöglichkeit auf dem Rücken schien mir da nicht angenehmer. Empfohlen ist der Käfer bis 15 Kilo, aber wirklich vorstellen kann ich mir das nicht. Hierzu muss ich allerdings anmerken, dass ich vor Kauf des Glückskäfers schon lange das Tragetuch nutzte und an dessen Komfort gewöhnt war - da kann der Käfer einfach nicht mithalten.
Praktisch fand ich die kleine Tasche (für Kleingeld & Schlüssel) und das austauschbare Lätzchen. Schade, dass das Baby nicht direkt am Körper getragen wird, mich persönlich störte die Stoffschicht zwischen mir und meinem Baby etwas, da man so im Glückskäfer leider auch nicht stillen kann.
Die Designauswahl finde ich dann wieder sehr ansprechend und abwechslungsreich, praktisch, dass der Tragesack in der Maschine gewaschen werden kann.

Schlussendlich ist der Glückskäfer-Tragebeutel meiner Erfahrung nach für kleinere Babys die einzige Alternative zum Tragetuch, wenn auch mit Komfort-Einbußen.

Bewertung:

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