Ellys Tragegeschichte
Schon vor der Geburt stand für uns fest,
dass unser Kind auch getragen werden sollte. Also machten wir
uns nach der Lektüre einschlägiger Testhefte auf in
den nächsten Babyladen. Meinem Mann leuchtete das Prinzip
eines Glückskäfers mehr ein. - und da das Tragen nicht
nur an mir hängen sollte, kauften wir diesen Tragesack.
Henrike gefiel unsere erste Tour auf jeden Fall gut. Unter meiner
Jacke bekam sie nichts mit vom Novemberwetter.
Vor allem im Januar 2002 war das Tragen praktisch: Der Winter
brachte Unmengen von Schnee im Thüringer Wald: An Kinderwagenschieben
war gar nicht zu denken! Auch das Wandern war mit Tragesack kein
Problem.
Nur meine Schwiegermutter war enttäuscht: Hatte sie sich
Ostern doch so darauf gefreut, mit dem Kinderwagen stolz durch
die Gegend zu schieben! Aber da unser Auto ganz klein ist, konnten
wir den Kinderwagen gar nicht mitnehmen. Tragen macht uns so sehr
unabhängig!
So ca. mit 5 Monaten drückten mich die Gurte aber sehr, da
Henrike nun doch nicht mehr so leicht war. Eine Einkaufstour von
1,5 Stunden wurde schon zur Qual, und ich verspannte total. Im
Internet schwärmten so viele Frauen von den Vorteilen des
Tragetuchs, so dass ich mir doch noch eines zulegte. Am Anfang
hatte ich noch die Befürchtung, dass sich die Investition
nicht mehr lohnen würde. Aber nichts da: Henrike liebte das
Tragetuch genauso wie ihre Mutter. Zunächst benutzte ich
meist die Kreuztrage, vor allem weil ich Henrike da rein- und
wieder rausnehmen konnte, ohne das Tuch neu zu knoten. Später
kam dann die Wickelkreuztrage hinzu, die doch bequemer ist und
Henrike noch besser abstützt.
Mein Mann hat sich nach anfänglichem Zögern auch zum
Tragetuchfan entwickelt: Der Glückskäfer ist nun verliehen.
Erst musste ich ihm das Tuch noch knoten, aber er kann das jetzt
auch allein.
Seit Kurzem kommt Henrike auch mal in den Kreuzrucksack - eine
Art Wickelkreuztrage auf dem Rücken. Aber noch bin ich damit
ungeübt, so dass ich sie fast nur anwende, wenn mir jemand
hilft. Vor allem die dicken Winterjacken sind dabei hinderlich.
Praktisch ist das Tragetuch auch beim Zugfahren: Kind in der Kreuztrage,
Trolley hinterhergezogen und auf geht's! Nach Wunsch nehme ich
Henrike raus, oder sie macht ihr Nickerchen. Mit Kinderwagen könnte
ich mir die Fahrt zu meinen Eltern (viermal umsteigen!) nicht
vorstellen.