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Tragen ruft bei Babys Haltungsschäden
hervor.
Dafür konnte bis heute kein Beweis erbracht werden - im Gegenteil
traten bei 192 von Kirkilionis
untersuchten getragenen Kindern weniger Haltungsschäden auf
als im Durchschnitt der Bevölkerung. Die Anatomie des Babies
spricht auch gegen diesen Vorwurf. Am Anfang ist der Rücken
gerundet, die typische s-förmige Krümmung der Wirbelsäule
bildet sich erst heraus, wenn das Kind zu laufen beginnt. Die etwas
zusammengekauerte Haltung im Tragetuch oder -sack kommt daher der
Form der Wirbelsäule viel mehr entgegen als das flache Liegen.
Wird das Baby nahe am Körper getragen und durch die Tragehilfe
gut gestützt, so gibt es auch keine Stöße auf die
Wirbelkörper und Bandscheiben - ganz im Gegensatz zum Laufen
oder Springen, das dem Kind ja auch niemand verbieten wird. Für
die Entwicklung der Rückenmuskulatur, die die Wirbelsäule
stützt, gibt das Getragenwerden wichtige und nützliche
Anreize.
Bei den Naturvölkern, die ihre Kinder sehr viel tragen, fällt
ebenfalls keine Häufung von Rückenproblemen auf. Und längst
nicht alle dieser Mütter sind ausschließlich mit Feldarbeit
beschäftigt, so dass die Kinder überwiegend auf ihren
gebeugten Rücken liegen, wie Kritiker oft anführen. Was
die Hüftgelenksdysplasie angeht, so ist bereits erwiesen, dass
die Verwendung geeigneter Tragehilfen in den ersten Monaten vorbeugend
gegen diese Krankheit wirken kann. Diese entsprechen dem früher
oft empfohlenen "breiten Wickeln", das die Beinchen in
einem Winkel abspreizt, der günstig für eine ideale Entwicklung
der noch weichen Hüftgelenkspfannen ist. Daher ist es wichtig,
darauf zu achten, ob die Tragehilfe diesen "Spreiz-Anhock-Sitz
gewährleistet. Bei richtiger Bindeweise des Tragetuches, aber
auch bei einigen vorgefertigten Tragehilfen ist dies der Fall. Von
Ökotest gibt es einen über das Internet erhältlichen
Test, aus dem hervorgeht, welche Tragesäcke aus orthopädischer
Sicht nicht zu empfehlen sind.
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Tragen schadet dem Rücken der Mutter.
Wenn die Mutter ihr Baby von Anfang an trägt, dann werden
die dafür wichtigen Muskeln trainiert und gestärkt und
"wachsen" sozusagen mit ihrer Aufgabe und dem Gewicht
des Kindes mit. Bei einer guten Tragehilfe wird die Belastung außerdem
verteilt und teilweise auch auf die Hüften verlagert.
Später kann das etwas schwerere Kind im Tuch mit der so genannten
"Rucksacktrage" auf dem Rücken transportiert werden.
Das reduziert die Belastung weiter und ist vielen Müttern und
ihren Muskeln schon vom Tragen des normalen Rucksacks her bekannt.
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Durch das Tragen wird das Baby verwöhnt.
Einen Säugling kann man nicht verwöhnen, schon gar nicht,
wenn man seinem Grundbedürfnis nach Körperkontakt und
Zuwendung nachkommt. Ein Kind, dessen Verlangen nach Nähe zu
den Eltern frühzeitig und zuverlässig gestillt wird, hat
die besten Voraussetzungen, um später zufrieden und selbständig
seine eigenen Wege zu gehen.
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Wenn das Kind sich ans Tragen gewöhnt,
komme ich ja zu gar nichts anderem mehr!
Das Gegenteil ist der Fall. Zumindest, wenn man grundsätzlich
anerkennt, dass Babies nun einmal gute Gründe haben, sich nicht
ablegen zu lassen. Am Anfang ist es der Urinstinkt, der dem Säugling
sagt, dass er verloren ist, wenn er "in freier Wildbahn"
allein irgendwo liegen bleibt. Später kommt dann noch die natürliche
Neugier, Kommunikationsbereitschaft und Entdeckerfreude dazu, die
die Krabbeldecke für längere Zeiträume zu langweilig
erscheinen läßt. Die Mutter (oder der Vater) wird also
permanent zwischen ihrer (seiner) eigentlichen Tätigkeit
und dem Baby hin- und herlaufen und das Kleine will letztendlich
doch auf den Arm. Eine Tragehilfe, die sich jede/r, der sich für
häufiges Tragen entscheidet, anschaffen wird, ist daher das
geeignete Mittel, die Hände und auch den Kopf frei zu bekommen
für Hausarbeit, ältere Geschwister oder was sonst zu tun
ist.
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Im Tragetuch bekommt das Baby zu wenig
Sauerstoff.
Stimmt nicht! Studien der Kinderklinik der Universität Köln
haben ergeben, dass die Sauerstoffsättigung des Blutes bei
Neugeborenen im Tragetuch um lediglich ein Prozent absinkt. Dieser
Wert ist bei gesunden Babies völlig unbedenklich.
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Im Gegensatz zum Kinderwagen kann man
das Baby nicht zudecken, daher friert es beim Tragen leichter.
Wenn die Außentemperatur sehr niedrig ist, ist es wichtig,
auf die richtige Kleidung, vor allem aber die richtige Trageweise
zu achten. Wird das Baby am Bauch der Mutter oder des Vaters getragen
und am besten noch mit unter den Mantel genommen, dann bekommt es
so viel Körperwärme des Elternteils ab, dass es sicher
nicht frieren wird. Die Rückentrage kann dann allerdings wirklich
ungeeignet sein, weil das Baby nicht von der Körpertemperatur
des Tragenden profitiert und es für diesen noch dazu schwer
zu überprüfen ist, ob es, vor allem an den Beinen, kalt
wird.
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Getragene Kinder schreien weniger?
Aufgepaßt! Das ist kein Ammenmärchen, sondern die
reine Wahrheit. Studien von Dr. Urs Hunziker am Kinderspital Zürich
haben bewiesen, was Muttergefühl und Urinstinkt längst wussten.
Schließlich ist es kein Zufall, dass als ganz natürliche
Reaktion weinende Babies hochgehoben und herumgetragen werden.
Nach dieser Studie schrien Babies, die viel getragen wurden, insgesamt
weniger, die kritischen Schreizeiten am Nachmittag und Abend fielen
weg und die Säuglinge wirkten im Wachzustand deutlich zufriedener. |