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Erfahrungsberichte
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Stillbericht von Katja mit Sarina

Meine Devise: Sturheit hilft oft, vor allem in Verbindung mit einem gesunden Selbstbewußtsein!


Unser Stillbericht, vollkommen unspektakulär :

Schon ganz am Anfang der Schwangerschaft war mir vollkommen klar, dass ich stillen würde:
Bis zum 8. Monat wusste ich noch nicht ob der Winzling ein "Xaver-Yannick" oder eine "Sarina Estelle" werden würde. Am Ultraschall streckte sie uns immer nur den kleinen Popo entgegen. Wenn uns ein kurzer Einblick gewährt wurde dann war die Sache nicht ganz klar. Zuerst Xaver dann wieder Sarina und umgekehrt.

Natürlich habe ich wegen des Stillens auch Bücher gelesen, z. B. das von Hannah L. Das Logische und für mich persönlich Wichtige habe ich auch gerne zur Kenntnis genommen: Ich war aber auch ganz schnell der Meinung: Das wird schon klappen, eine Wissenschaft braucht man da nicht draus zu machen! Bei den Pferden, Kühen und Hunden hat es ja auch immer geklappt, ohne dass sie je ein Buch darüber gelesen hatten. Wir sind doch auch einfach nur "Säugetiere" oder?

Zum ersten Mal bewusst wahrgenommen habe ich  meine süße kleine Sarina, im Säuglingszimmer des KH, wo sie sie hin "entführt" hatten nach meiner Narkose. Ich habe das Baby der Säuglingsschwester regelrecht entrissen, sah ich doch das Fläschchen in ihrer Hand und hatte ich doch die Sache mit der Saugverwirrung ganz klar im Hinterkopf. Der Schnitt tat ekelhaft weh und ich hätte Sarina gerne im Bett im Liegen gestillt. Da der "Drache" jedoch sowieso beleidigt war, weil ich es nicht zuließ dass der Gumminoppen im Mäulchen meiner Tochter verschwand, wollte sie mich wohl noch ein bisschen quälen

"Sie ist so klein und leicht, das funktioniert ja doch nicht, da werden Sie sowieso befüttern müssen. Setzen sie sich hin, dann werden wir ja sehen!" Das waren die "aufmunternden" Worte.

Also habe ich mich auf den Stuhl niedergelassen, eher in verkrampfter Schwebeposition, als zu sitzen, meinen Busen ausgepackt und mich auch nicht von: "Schulter runter, nein sie müssen sie so halten und und und" irritieren lassen. Und plopp, mein kleines Fresserchen hat problemlos "angedockt" und eigentlich nie mehr losgelassen:

Nach 24 Stunden, als die Kinderärztin im Krankenhaus grünes Licht gab, obwohl das Zwerglein noch nicht einmal 2300 gr. hatte und in allen Stramplern regelrecht verschwand mit 46 cm, bin ich dann aus dem ach so stillfreundlichen Krankenhaus geflüchtet. Ab nach Hause, Sturheit siegt!

Jetzt ging es aufwärts, zwar nicht unbedingt mit mir ;-), aber mit meiner Maus. Zur U2 wieder im Krankenhaus, da meine auserkorene Kinderärztin Weihnachtsferien machte, hatte Sarina ihr Geburtsgewicht schon wieder erreicht. Trotz aller Horrorgeschichten der Säuglingsschwestern und dank meiner Sturheit.

Natürlich hatte ich wie wahrscheinlich jede Frau die erste Zeit auch mal mit wunden Brustwarzen zu kämpfen, aber die Nachsorgehebamme war schon kompetent und hat mir etwas zur Pflege dagelassen. Nach ca. 2 Wochen waren wir ein so gut eingespieltes Team, dass ich mir auch nicht mehr reinreden ließ.
Weder in Bezug auf das Stillen, noch dass ich meine Kleine fast nicht mehr aus den Händen ließ und natürlich immer zu mir ins Bett nahm. Wir waren immer zusammen, egal ob zu Hause oder unterwegs. Ich stillte nach Bedarf, auch wenn sie mich in gewissen Abständen ½-stündlich "nötigte":

Zur U3 hatte sie ihr Geburtsgewicht verdoppelt!!!! und war ein richtiges süßes kleines Pummelchen geworden:

Sobald ich wieder einigermaßen laufen konnte waren wir immer unterwegs. Ich musste natürlich wieder mein Viehzeug versorgen (Ponys, Esel, Hunde……) und Sarina musste natürlich mit. Sauwetter, Schnee, Regen, Matsch, immer an Mamas Bauch im Tragesack oder ab und an im Maxicosi schön dick eingepackt. Wie oft habe ich bei Schneetreiben im Heuschober meine Brust ausgepackt? Wie oft sind wir einfach in ein Cafe gegangen? Wie oft habe ich sie ganz selbstverständlich auch auf irgendeiner Parkbank gestillt? Ich weiß es nicht mehr!

Ach und wie oft musste ich mir Sprüche anhören wie:
Na muss das denn unbedingt hier sein?
Was Du stillst schon wieder? Kein Wunder dass sie so dick ist…….
Was Du stillst immer noch?
Dann leg das Kind doch endlich mal hin?
Die beruhigt sich schon von selbst!
Lass sie mal schreien!
Leg sie in ihr eigenes Bett!
Was springst du denn immer gleich wenn sie mal piept?
Die ist ja schon total verwöhnt!
Die bekommst du nie mehr aus deinem Bett!

Tja, lass mal reden, das denke ich heute noch und handele danach.

Mit 8 Monaten habe ich langsam mit Beikost angefangen und mein kleines Fresserchen hat natürlich alles gerne angenommen. Ganz langsam hat sie sich dann schon selbst abgestillt, das Essen auf dem Teller war einfach interessanter.

Ich glaube sie war so ca. 10 Monate alt, als sie ihr erstes Fläschchen getrunken hat. Und prompt war meine Brust nicht mehr interessant. Das ging ja schneller und es war mehr drin:

Ok, war mir auch ganz recht. Hätte sie weiter darauf bestanden, ich hätte natürlich weiter gestillt. Da ich so aber wieder etwas eigenständiger wurde und sie auch mal bei der Oma "parken" konnte, war es dann doch eine Erleichterung und ich genoss die wieder erlangte Freiheit.

Mein Tipp vor allem auch an junge Mütter: Verlasst Euch viel mehr auf Euren Mutterinstinkt, nicht so viel auf selbsternannte Allwissende. Lasst Euch lieber von erfahrenen Müttern beraten, aber seid vorsichtig bei Euren eigenen Müttern und Großeltern.

Genau zur Zeit meiner Geburt (68) war es nämlich sehr modern das Stillen NICHT zu fördern, sondern regelrecht zu unterbinden.

Zu dieser Zeit war es modern Märchen zu verbreiten wie:

"Ihre Brustwarzen sind zu klein, sie können nicht stillen!" (Das wurde meiner Mutter erzählt) ???????????????????
"Ihre Milch ist sauer!"  (wurde der Mutter einer Freundin erzählt)?????????????????????
"Abpumpen ist besser für den Busen!"    ??????????????????????
"Ihre Milch ist zu dünn, Baby wird nicht satt!"  ?????????????????
"Sie haben nicht genug Milch!" (wird heute noch vielen erzählt)  ????????????????????
und und und

Das haben mir meine Mutter und andere Frauen die zur gleichen Zeit entbunden haben erzählt.

Ach ja und meine persönliche Meinung:

Stillen ist das Natürlichste der Welt!!!!! Und keine Wissenschaft!!!!!!
Alles Liebe und eine schöne Stillzeit an alle


Katja mit Sarina (17.12.01)
 

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