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Erfahrungsberichte
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Nachts abgestillt mit zweieinhalb Jahren

Vor gut 4 Monaten habe ich die Kleine im Alter von damals knapp 2 1/2 Jahren nachts abgestillt. Vielleicht interessiert es ja, wie das bei uns gelaufen ist.
Mein Floh hat außer ein paar Wochen lang im Alter von ca. 3 Monaten in ihren ersten 2 Lebensjahren so gut wie nie durchgeschlafen. Mich hat es nicht besonders gestört, nur in den Nächten, in denen sie alle 1 1/2 bis 2 Stunden gestillt werden wollte oder in denen ich mich nicht umdrehen durfte, ohne Protest zu ernten. Über solche Phasen sind wir aber immer wieder hinweggekommen, dann wollte sie wieder 2 bis 3 Mal in der Nacht stillen, was ok war.

Mit ca. 2 Jahren hatte sie eine Phase, in der sie immer wieder mal mehrere Nächte durchgeschlafen hat und erst morgens um 5 oder 6 wieder Nana haben wollte, insbesondere in Nächten, in denen sie sich selber nach langem Spielen erst gegen halb 11 oder 11 schlafen gelegt hatte. Im Herbst wurden diese durchgeschlafenen Nächte aber wieder weniger und blieben dann wieder so gut wie ganz aus. 1 bis 2 Mal aufwachen wurde wieder Standard.

Zwischen Weihnachten und Neujahr hatte sie dann einen Magen-Darm-Infekt und hat 4 bis 5 Tage lang wieder quasi voll gestillt. Um die Milchproduktion hochzufahren war natürlich auch häufiges nächtliches Stillen erforderlich - was ich in dieser Situation natürlich gerne akzeptiert habe.

Als sie jedoch wieder gesund war, hätte sie jedoch gerne so weiter gemacht - gegen 1 in unser Bett kommen und von da an steht die Milchbar bis zum Morgen in vollem Umfang zur Verfügung. Dazu war ich aber bei einer 2 1/2 jährigen dann doch nicht mehr bereit. Ich bin also dazu übergegangen, nachdem sie das erste Mal in der Nacht ausführlich gestillt hatte, beim nächsten "Nana!" zu sagen: "Du hast gerade Nana getrunken. Später wieder. Wenn Du willst kannst Du einen Schluck Wasser haben." Erstaunlicherweise hat sie sich in den meisten Fällen einfach umgedreht und weitergeschlafen oder nur kurz gemeckert.

In einer Nacht regte sie sich aber doch ganz fürchterlich auf und hat geschimpft wie ein Rohrspatz. Vor lauter Aufregung war das Schimpfen aber ein völlig unverständlicher Silbensalat. Nachdem ich mehrfach gesagt hatte, wir könnten ihr gerne in der Küche einen Schluck Wasser holen, hörte sie dann plötzlich auf zu schreien, stieg aus dem Bett und stiefelte voraus in die Küche. Ich hinterher und habe ihre Schnabeltasse (die nehmen wir nur für nachts) mit Wasser befüllt. Die Kleine trug die Tasse sorgfältig ins Schlafzimmer zurück, platzierte sie auf meinem Nachttisch, ging ins Bett zurück und schlief sofort ein - ohne aus der Tasse auch nur einen Schluck zu trinken!

So waren wir plötzlich bei nur einmal Stillen pro Nacht angelangt, meistens ist sie auch nur noch das eine Mal aufgewacht.

Da ich seit Ende Dezember schwanger bin und schon Anfang Januar die große Müdigkeit einsetzte, war ich nun sehr motiviert, es mit dem völligen nächtlichen Abstillen zu versuchen - eine durchgeschlafene Nacht, oder auch nur eine Nacht ohne Stillen zu müssen, was mir jetzt nachts eher anstrengend und etwas unangenehm war, schien eine tolle Sache zu sein. Außerdem war ich der Ansicht, mit knapp 2 1/2 Jahren könnte man ihr das vielleicht zumuten und habe daher den Versuch gewagt.

Eines Abends meinte ich daher zu ihr: "Jetzt trinkst Du ein Gute-Nacht-Nana und dann macht die Nana Pause und morgen früh gibt es dann ein Guten-Morgen-Nana. Kein Nana in der Nacht." Die Kleine dazu ganz vergnügt "Ja!" Hoppla - die Antwort hätte ich nicht erwartet!

Natürlich wachte sie nachts auf und kam in unser Bett. "Nana!" Ich: "Die Nana macht Pause. Morgen früh gibt es Guten-Morgen-Nana, wenn das Radio angeht" (morgens um 6 geht der Radiowecker an). Sie moserte kurz, kuschelte sich zurecht und schlief ein - bis zum Morgen, als das Radio losging.

Bald schon kam sie nachts oft nur noch zum bei uns weiterschlafen, ohne nach "Nana" zu fragen. Manchmal wachte sie kurz vor 6 auf, wollte Nana und ich musste ihr sagen: "Noch nicht." was dann auch akzeptiert wurde. Wenn dann das Radio anging, bevor sie wieder richtig eingeschlafen war, kam ein begeistertes "Jetzt!!!" und meine Stillmaus stürzte sich enthusiastisch auf ihr Guten-Morgen-Nana - zu süß.

Drei Wochen nach dem nächtlichen Abstillen fing sie an, in den meisten Nächten durchzuschlafen (übrigens unabhängig davon, ob sie am Abend an der Brust eingeschlafen war oder nach längerem Spielen sich selbst ins Bett gebracht hatte... Ätsch ihr Schlaftheoretiker). Inzwischen meldet sie sich gewöhnlich erst, wenn sie zwischen halb 8 und 9 bereit zum Aufstehen ist - nach 10 bis 12 Stunden Schlaf!

Ich bin froh, dass ich nicht früher schwanger geworden bin, denn ich kann mir nicht vorstellen, dass das nächtliche Abstillen vor einem halben Jahr derart reibungslos über die Bühne gegangen wäre. Jetzt helfen mir die normalerweise ruhigen Nächte sehr, kein zu großes Schlafdefizit anzuhäufen und tagsüber halbwegs munter zu sein.


Freddy,

mit einem ehemaligen Stillkind, fast 5 1/2 Jahre, selbst abgestillt mit 2 1/2 Jahren

und einem Stillkind, 2 3/4 Jahre,

und einem zukünftigen Stillkind, ET Sept. 05

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