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Babies
können nicht genug verwöhnt werden
Die Angst, ein kleines Baby zu sehr zu verwöhnen, ist laut
Prim. Dr.
Franz Paky, dem Leiter der Kinderabteilung am LKH
Vöcklabruck, Österreich, völlig unbegründet.
Im Gegenteil: Um das Selbstwertgefühl aufzubauen und zu stärken,
sollten gerade Babies mit Liebe, Zuneigung und Pflege reichlichst
umsorgt werden.
„Beim Kontakt mit Eltern, die ihr Kind wegen exzessiven Schreiens
in unsere Beratungsstelle bringen, werde ich immer wieder mit dieser
Verwöhn-Angst konfrontiert“, erzählt Prim. Paky.
„Diese Angst ist weit verbreitet und wird von Generation zu
Generation weitergegeben. Die Befürchtung ist, dass die Berücksichtigung
kleinkindlicher Bedürfnisse dazu führt, dass das Kind
Macht ausüben könnte und die Eltern dieses angebliche
Verwöhnen bis ins Erwachsenenalter des Kindes fortführen
müssten und sich so zum Sklaven des Kindes machten.“
Probleme durch Missachten des Verwöhnens
Schlafstörungen, Schreiattacken, Fütterungs- und Stillprobleme
und auch spätere Beziehungsprobleme des Kindes wären wesentlich
entschärft, würden die Eltern diese Angst vor Verwöhnung
aufgeben und keine künstliche Distanz, Kälte und Härte
zum Kind aufbauen.
„Werden Kleinkinder nämlich chronisch auf Distanz gehalten
und ihre subtilen Signale nach Befriedigung von Hunger, Durst, Streicheln
und Zuneigung nicht berücksichtigt, übergangen oder irgnoriert,
sind die Babies automatisch dazu gezwungen, sich z.B. mit Schreiattacken
bemerkbar zu machen“, will Prim. Paky aufklären, „auch
ist die Verwöhnung die Voraussetzung dafür, dass man das
Kind auch wieder entwöhnen kann. Das heißt: Hält
man das Baby die ersten Lebensmonate immer von sich fern, wird es
in der Zeit, wo es sich in der normalen Entwicklung zum ersten Mal
von den Eltern löst, im 9. Und 10. Lebensmonat, Probleme mit
der Loslösung haben, weil es ja nie die Nähe der Eltern
gespürt hat.“
Studien zeigen die Vorteile des Verwöhnens
Eine Studie der Brown University in Rhode Island zeigt, dass Kinder
von Müttern, die schneller auf das Schreien von Babies reagieren,
mit eineinhalb Jahren sprachlich und intellektuell besser entwickelt
sind. Eine Studie in Manchester zeigt, dass durch das raschere Reagieren
auf Signale des Babies das Schreien insgesamt reduziert wird. Eine
Studie aus 1989 an gestillten Neugeborenen hat gezeigt, dass kräftiges
Schreien um die Brust die Trink-Atem-Koordination eher verschlechtert
und zu vorzeitiger Erschöpfung führt.
Hunger immer sofort stillen
Wenn man sein Baby genau beobachtet, kann man erkennen, dass es
lange vor dem Schreien viele Signale gibt, die den Hunger unmissverständlich
zum Ausdruck bringen.
Diese subtilen Zeichen sollten seitens der Eltern unmittelbar wahrgenommen
werden. „Geschieht dies nicht, gerät das Kind vor Hunger
so außer Rand und Band, dass es zu Schreiattacken und dann
auch zu Fütterungs- und Stillproblemen kommt. Durch die Wut
und den Hunger der Babies ist dann nicht nur die Atem-Trink-Koordination
gestört, sondern auch bereits ein Erschöpfungszustand
eingetreten, der dazu führt, dass zuwenig Nahrung aufgenommen
wird. Das Kind schläft ermüdet und noch hungrig ein und
schreit nach kurzer Zeit wieder nach Nahrung“, erklärt
Prim. Paky. „Die Eltern reagieren dann meist aus Angst vor
Verwöhnung mit Ignoranz und der Prozess setzt sich ständig
verstärkend fort, bis die Eltern Hilfe beim Arzt suchen.“
Handeln nach Gefühl und Instinkt
Paky appelliert daher an die jungen Eltern: „Verwöhnen
Sie Ihr Baby! Auch durch Herumtragen im Tragetuch! Achten Sie bewußt
auf kleinste Signale des Kindes und orientieren Sie sich daran,
was Ihnen Ihr eigenes Gefühl bzw. Ihr Mutter- und Vaterinstinkt
sagt!“
Mit freundlicher Genehmigung für Rabeneltern.org vom LKH
Vöcklabruck, Österreich
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