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10 Gründe, mit dem Baby zusammen
im Familienbett zu schlafen
von
Jan
Hunt
übersetzt aus dem Englischen von eulalie für Rabeneltern.org
1. Zusammen mit dem Baby im Familienbett zu schlafen, hat den großen
Vorteil das Stillen für die Mutter während der Nacht zu
erleichtern, weil sie nicht aufstehen muss, sondern ihr Kind im
Halbschlaf anlegen kann, um danach einfach wieder einzuschlafen.
Auf diese Weise sind die Zeiten unterbrochener Nachtruhe weniger
anstrengend für die Mutter, denn sie kommt trotzdem in den
Genuss eines erholsamen Schlafs. Das Schlafen im Familienbett fördert
somit eine längere Stillbeziehung mit allen Vorteilen die diese
für Mutter und Kind hat.
2. Der Schlafforscher James McKenna ist der Überzeugung, das
gemeinsame Schlafen im Familienbett versetze Eltern in die Lage,
ihr Kind aktiv vor dem plötzlichen Kindstod zu bewahren. Er
betont, dass so die besten Voraussetzungen vorhanden seien, damit
umgehend die richtigen Maßnahmen getroffen werden können,
ehe das Kind in eine unangenehme oder gar lebensbedrohliche Notlage
gerät.
3. Atemstillstände in den ersten Lebensmonaten sind normal
und es ist wahrscheinlich, dass die Atemgeräusche der Mutter/Eltern
die kindliche Atmung stimulieren und es so an das weiter Atmen "erinnert"
wird. Selbst wenn dieser Mechanismus nicht funktionieren sollte,
die Mutter ist in unmittelbarer Nähe und kann das Kind gegebenenfalls
aufwecken. Bei stillenden Müttern, die mit ihrem Kind zusammen
schlafen, gleichen sich die Phasen des tiefen Schlafs und des Traumschlafs
einander an, so dass die Mütter, selbst während sie schlafen
spüren, wenn ihr Baby Probleme hat und sofort erwachen, um
es zu versorgen. Wenn das Baby alleine schläft, ist eine solche,
vielleicht lebensrettende Maßnahme nicht möglich.
4. Jede Gefahr für das Kind, die während der Nacht entsteht,
ist vermindert, wenn ein Erwachsener in der Nähe ist. Babys
und Kinder sind verbrannt, sexuell missbraucht worden von Verwandten,
die zu Besuch waren, sind aus dem Bett entführt worden, wurden
von Haustieren attackiert, sind am eigenen Erbrochenen erstickt,
sind gestorben oder wurden schwer verletzt auf die unterschiedlichste
Art und Weise. All dies hätte verhindert werden können,
wenn ihre Eltern in unmittelbarer Nähe gewesen wären,
um ihnen zu helfen.
5. Das gemeinsame Schlafen im Familienbett wird häufig als
Ursache für den Tod durch Erstickung verantwortlich gemacht.
Diese Gefahr ist nur real unter zwei Voraussetzungen: ein junger
Säugling schläft im Wasserbett, was den Säugling
daran hindert sich aus einer bedrängten Lage aufrichten zu
können oder die Eltern stehen unter dem Einfluss von Drogen
(Nikotin, Alkohol, und anderen), die sie daran hindern, für
ihr Kind zu sorgen. Außer Frage steht, ein Kind, das droht
zu ersticken aus welchem Grund auch immer (Schlaufe eines Kleidungsstücks,
die sich um den Hals zuzieht, Erbrechen im Schlaf, Asthmaanfall)
wird sehr viel eher einen Erwachsenen wecken, der gleich neben ihm
schläft, als einen Schlafenden in einem getrennten Raum.
6. Das gemeinsame Schlafen im Familienbett wird häufig mit
sexuellem Missbrauch der Kinder durch ihre Eltern in Verbindung
gebracht. Tatsächlich ist das Gegenteil der Fall. Eltern, die
eine innige Bindung zu ihren Kindern entwickelt haben, weil sie
sich sowohl nachts, als auch tagsüber liebevoll um ihre Kinder
kümmern, sind weniger gefährdet, gewalttätig in jeglicher
Form gegenüber ihren Kindern zu werden. Umgekehrt, die Tatsache,
dass Kinder in ihrem eigenen Zimmer schlafen, war noch nie ein angemessener
Schutz vor sexuellem Missbrauchs durch ein Elternteil, sondern macht
es für diesen eher einfacher, sein Tun zu verheimlichen.
7. Darüber hinaus kann das gemeinsame Schlafen im Familienbett
Kinder vor gewalttätigen Eltern schützen, weil auf diese
Weise am ehesten gewährleistet ist, dass alle ausreichend Schlaf
bekommen und somit nicht unter permanenten Erschöpfungszuständen
leiden, was im allgemeinen die Toleranzschwelle für Gewaltbereitschaft
sinken lässt. Das Kind braucht nicht unnötig zu leiden
oder zu schreien, damit seine Mutter nach ihm sieht und die Mutter
kann es im Halbschlaf stillen und umsorgen. Die ganze Familie erwacht
erholt, ohne negative Gefühle dem Kind gegenüber, das
nicht durchschläft. Ein überfordertes Familienmitglied
ist die größte Gefahr für ein Kind, Opfer von elterlicher
Gewalt zu werden. Ein/e gut ausgeschlafene/r Mutter oder Vater genießen
das gemeinsame Schlafen, erfreuen sich an ihrem friedlich schlummernden
Kind neben ihnen.
8. Das Schreien ist die einzige Möglichkeit für das Baby,
sich bemerkbar zu machen, um seinen Eltern zu signalisieren, dass
es sie braucht. Endloses Schreien bedeutet Stress für alle
Familienmitglieder. Je eher die Bedürfnisse des Kindes gestillt
werden, desto eher bekommen alle die Erholung, die sie dringend
brauchen und umso mehr Energie ist für den Tag vorhanden. Eine
junge Mutter, die zusammen mit ihrem Kind schläft, verinnerlicht
die sensiblen Antennen, die zunächst alle Mütter für
ihre Neugeborenen haben, und versetzt sie in die Lage, das Kind
schneller zu beruhigen, ihm und allen Familienmitgliedern somit
unnötigen Stress zu ersparen.
9. Geschwister, die zusammen schlafen, entwickeln häufiger
eine tiefere emotionale Bindung zueinander, was sich auch auf ein
friedlicheres Miteinander während des Tages auswirken kann.
Geschwister, die Tag und Nacht zusammen sind, haben eher die Gelegenheit
ein inniges und dauerhaftes Verhältnis zueinander aufzubauen.
Babys und Kinder, die während des Tages von ihrer Familie getrennt
sind (Eltern arbeiten, Geschwister in der Schule) tanken das Bedürfnis
nach Nähe während der Nacht wieder auf.
10. Studien über Patienten im Koma, beweisen, dass die Anwesenheit
von einer anderen Person im Raum, Herzschlagfrequenz, Herzrhythmus
und Blutdruck des Patienten positiv beeinflussen. Es erscheint vernünftig
anzunehmen, dass bei Babys und Kindern ähnliche gesundheitliche
Vorteile hervorgerufen werden, wenn sie mit vertrauten Personen
im selben Raum sind.
Ein Kind, das Tag und Nacht umsorgt wird, fühlt sich in seinem
Glauben an die Liebe und Unterstützung seiner Eltern bestätigt,
anstatt mit Gefühlen wie Angst, Ärger und Einsamkeit Nacht
für Nacht zurechtkommen zu müssen. Kinder, die sich während
der Nacht dicht neben ihren Müttern und/oder Vätern sicher
fühlen durften, wachsen zu Erwachsenen heran, die besser mit
unausweichlichen Stresssituationen, die das Leben nun mal mit sich
bringt, zurecht kommen. John Holt bringt es auf den Punkt, wenn
er sagt: "Liebe und Geborgenheit in der frühen Kindheit
erfahren zu haben, hat nichts mit Verwöhnen gemein, sondern
ist wie ein dickes Bankkonto: ein Fundament aus Selbstachtung und
Selbstsicherheit, von dem das Kind zehren und die Herausforderungen
des Lebens meistern kann."
Der Originaltext kann nachgelesen werden unter:
www.naturalchild.org/home/
- Ten Reasons to Sleep Next to Your Child at Night
- von Jan Hunt.
Weitere Quellen:
Dr. James J. McKenna, Professor of Anthropology, Director of the
Center for Behavioral Studies of Mother-Infant Sleep, Notre Dame
University
John Holt (1923-1985), Autor und Leitfigur der Schulreform (Homeschooling)
in den USA |