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Sachas Schlafgeschichte
Während meiner Schwangerschaft habe ich mit viel Freude das
Kinderzimmer für Sacha eingerichtet. Eine wunderschöne
Kombination mit Gitterbett, Wickelkommode und Kinderschrank. Das
Bett habe ich schön dekoriert, mit Himmel und Nestchen. Zusätzlich
habe ich von meiner Mutter meine alte Wiege bekommen, die ich ebenfalls
mit einem neuen Dekor ausgestattet habe. Die Wiege stand in unserem
Schlafzimmer, weil unser Kind die ersten Monate bei uns schlafen
sollte. So war es geplant.
Sacha allerdings hatte andere Pläne. Trotz einer Kaiserschnittgeburt
konnte ich ihn ab der Geburt bei mir behalten. Es fiel mir allerdings
sehr schwer, ihn selber ins Bettchen zu legen, aber irgendwie ging
es. Die erste Nacht war ich so aufgedreht, dass ich ihn fast nur
bei mir in den Armen hatte. Ein paar Stunden hat er dann beduselt
von den Medikamenten auch in seinem Bettchen geschlafen. Das waren
so ziemlich die letzten Stunden, die ich während der nächsten
7 Nächte geschlafen habe. Ab der zweiten Nacht ging es los.
Sacha wollte nicht nur praktisch ohne Unterbrechung an meiner Brust
nuckeln, er war auch der Meinung dass ein Babybett eine absolut
unnütze Erfindung ist. Sobald ich versuchte ihn reinzulegen,
fing er an zu schreien. Und zwar jämmerlich, mit rotem Gesichtchen,
bis zum würgen. Und das innerhalb von Sekunden. Da half kein
Händchenhalten, T-Shirt von mir um den Kopf legen, ja selbst
ein Schnuller, den ich in meiner Not geben wollte, wurde verschmäht.
All die guten Ratschläge der Hebammen halfen bei meinem Sohn
einfach nicht. Also holte ich ihn immer wieder aus seinem Bettchen.
Sobald er bei mir liegen durfte, war alles in Ordnung. Allerdings
getraute ich mich nicht, mit ihm einzuschlafen. Ich hatte Angst,
dass ich auf ihn liegen oder, dass er aus dem Bett fallen könnte.
Die nächsten 4 Nächte habe ich dann immer nur kurz gedöst,
mit dem Kleinen in den Armen. Ich war heilfroh, dass ich das Krankenhaus
verlassen durfte und hoffte, dass ich zu Hause mit Hilfe meines
Mannes eine Lösung finden würde.
Die erste Nacht zu Hause verlief ähnlich. Wir versuchten ihn
in die Wiege zu legen, Sacha schrie erbärmlich. Zu guter Letzt
verbrachte ich den Rest der Nacht auf dem Sofa, den Kleinen im Arm.
Die nächste Nacht kapitulierte ich. Im Einverständnis
mit meinem Mann nahm ich ihn mit zu uns ins Bett. Von da an ging
es aufwärts. Sacha schlief selig, eingerahmt von meinem Mann
und mir. Sicher, er wollte am Anfang so alle 45 - 90 Minuten gestillt
werden, aber das war jetzt kein Problem mehr. Schon bald wachte
ich jeweils kurz vor ihm auf, dockte ihn an und schlief gleich weiter.
Die ersten 6 Monate verliefen dann entsprechend ruhig, wir hatten
sogar mal ab und zu eine Nacht, in der er 3-4 Stunden durchschlief.
Allerdings war es nicht möglich, ihn mal alleine zu lassen.
Das bedeutete, dass er am Abend in meinen Armen einschlief und so
lange bei mir blieb, bis ich auch ins Bett ging. So mit 6 Monaten
ging das dann einfach nicht mehr, weil er zu schwer wurde und auch
schon zu viel mitbekam. Nichts mehr mit Computer oder Fernsehen.
Ich habe dann angefangen, ihn langsam ans "Alleine-Weiterschlafen"
zu gewöhnen. Weil ich Angst hatte, dass er aus unserem Bett
rauskrabbelt, habe ich sein noch unbenütztes Gitterbett zum
Juniorbett umgebaut. Dort habe ich ihn dann in den Schlaf gestillt.
Dann bin ich leise rausgeklettert. Am Anfang dauerte es manchmal
keine halbe Minute bis er weinte. Ich also sofort wieder zurück,
wieder in den Schlaf gestillt. Und so weiter und so fort. Es dauerte
Wochen, bis er mal länger schlief. Doch dann wurde es immer
besser. Manchmal schlief er so 45 Minuten bis zum nächsten
stillen, Rekord waren im ersten Jahr so 3 Stunden. Da wurde ich
dann schon unruhig und sah einige Male nach, ob alles in Ordnung
ist. Das schöne daran war, dass er wirklich Vertrauen hatte,
dass ich komme. Schon bald weinte er nicht mehr sofort los, sondern
"rief" nur mit einem kurzen Schrei nach mir und wartete
dann auf mich. Allerdings habe ich ihn auch nie warten lassen. Wenn
wir dann ins Bett gingen, haben wir ihn zu uns rübergeholt.
Nachts kam er nach dem 6. Monat plötzlich wieder häufiger.
In den ersten zwei Jahren manchmal stündlich, teils aber auch
nur 3-4 Mal. Aber wenigstens schlief er mit stillen sofort wieder
ein. Natürlich hatten wir auch immer wieder Zeiten, in denen
überhaupt nichts mehr klappte. Manchmal waren das die Zähne,
ein Entwicklungsschritt oder einfach eine simple Erkältung.
Auf jeden Fall normalisierte sich der Schlafrhythmus auch von alleine
wieder.
Sacha ist nun fast 2,5 Jahre alt, und ich habe gelernt, ihm zu
vertrauen. Ich weiss, dass er das schlafen alleine lernt, ich brauche
nichts dazu zu tun. Er hat gelernt durchzuschlafen (so ca. von 22.00
- 06.00 h), er wird irgendwann auch lernen, alleine einzuschlafen.
Wenn er so weit ist und nicht, weil wir uns das manchmal wünschen.
Ich habe auch gelernt zu akzeptieren, dass mein Sohn eine Nachteule
ist und nur wenig schläft. 22.00 h ist so ziemlich die früheste
Zu-Bett-Gehzeit, die er kennt. Aber dafür ist schlafen für
ihn etwas Schönes und er geht aus eigenem Antrieb ins Bett.
Ich finde es so süss, wenn er kommt und mir zeigt, dass er
schlafen will. Und ich habe mich so daran gewöhnt, den Kleinen
bei uns zu haben, dass er mir fehlen wird, wenn er einmal aus unserem
Bett auszieht.
Doch so bald werden wir wohl nicht alleine schlafen. Im Juni kommt
unser zweites Baby. Ist doch klar, wo es schlafen wird. Natürlich
bei uns im Bett.
Justine |