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Das Ammenmärchen über Rabeneltern

Es war einmal ein Oberförster. Der war sehr stolz und zu eitel, um seine Brille und sein Hörgerät zu tragen. Als der Tag gekommen war, an dem er in Rente gehen musste, erzählte er seinem jungen Nachfolger, der sehr gut aussah und noch besser hörte, aus lauter Neid und Bosheit ein Ammenmärchen über die Raben. Es geschah aus reiner Willkür, denn genauso gut hätte es die Eulen, Wildschweine oder Kartoffelkäfer treffen können. Erst, als der junge Oberförster selber alt war und in Rente ging, fand er die Wahrheit heraus.

Raben zeichnen sich durch ein ausgeprägtes Sozialverhalten und durch eine intensive Brutpflege aus. Die Jungen werden auch nach dem Flüggewerden noch weiter von ihren Eltern gefüttert und umsorgt, was oft erst zu Beginn der nächsten Brutsaison ein Ende hat. Aus dem Nest gefallene Junge werden nicht verstoßen, sondern ebenfalls gefüttert und vor Feinden geschützt.

Der einst junge und gutaussehende Oberförster verstarb leider, bevor er das Forstoberamt über seine neuste Studie informieren konnte. Und so lebt das Ammenmärchen weiterhin in Saus und Braus.