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Kompetenzbilanz - eigene Stärken erkennen
und beruflich nutzen
Viele Mütter und immer mehr Väter steigen ganz oder teilweise
aus dem Beruf aus, um Elternzeit zu nehmen. Häufig gehen sie
mit gemischten Gefühlen: Werde ich fachlich den Anschluss halten
können? Habe ich meine Chancen, die nächst höhere
Sprosse der Karriereleiter zu erklimmen, fahrlässig vertan?
Wie sicher ist mein Arbeitsplatz nach Rückkehr überhaupt
noch? Diese Sorgen sind nicht unbegründet, denn den meisten
Arbeitgebern ist Elternzeit immer noch ein Dorn im Auge. Dabei brauchen
Unternehmen Mitarbeiter, die in der Lage sind, immer wieder Neues
zu lernen, Veränderungen zu meistern, Konflikte zu lösen
und mit anderen erfolgreich zusammen zu arbeiten. Sozialkompetenz
wird nicht erlernt wie das Einmaleins, sondern durch Erfahrungen
erworben, vor allem in der Familie. Das scheint sich noch nicht
herum gesprochen zu haben in Deutschlands Chefetagen und Personalabteilungen.
Im Rahmen eines europäischen Kooperationsprojektes haben die
Katholische Arbeitnehmerbewegung und das Deutsche Jugendinstitut
München die Kompetenzbilanz erarbeitet. Sie ist ein
Instrument zur Selbsteinschätzung und beruflichen Entwicklung
für Mütter und Väter und alle an Weiterbildung interessierten.
Wer nach der Elternzeit in den Beruf zurückkehrt, ist nicht
selten verunsichert wie ein Berufsanfänger. Vorgesetzte trauen
den einst geschätzten Mitarbeitern nicht mehr viel zu, Kollegen
haben wenig Verständnis dafür, dass Mütter oder Väter
Extrawürste gebraten kriegen, beispielweise wegen Teilzeitbeschäftigung
die wöchentliche Besprechung plötzlich auf den späten
Vormittag verlegt werden muss. Deswegen ist es wichtig für
das Selbstbewusstsein, sich der während der Elternzeit neu
erworbenen und verbesserten sozialen Fähigkeiten und Fertigkeiten
bewusst zu werden. In Mitarbeiter- und Vorgesetzten-Gesprächen
oder im Rahmen von Stellenausschreibungen können sie dann gezielt
für die Präsentation des eigenen Profils genutzt werden.
Die Kompetenzbilanz arbeitet mit Mind Maps = Erinnerungs- oder
Gedankenkarten. Der eigene Lebenslauf wird systematisch analysiert,
Gedanken geordnet und die Kreativität angeregt. Bereits in
Vergessenheit geratene persönliche Ereignisse, deren Erfahrungen
zum Erwerb einer sozialen Kompetenz geführt haben, werden auf
diese Weise wieder ins Bewusstsein gerufen. Die aufgeführten
Beispiele helfen zu dem "auf die Sprünge". Wie sieht
ein familiärer Tagesablauf aus? oder ein Kind wird plötzlich
krank - welche Fähigkeiten und Fertigkeiten sind erforderlich,
um die Situationen zu meistern? Im nächsten Schritt wird die
Parallele zum Berufsalltag gezogen. Spätestens jetzt ist es
jedem klar, Sozialkompetenz ist die Wiege unternehmerischen Erfolgs.
Ziel dieser Methodik ist die Erstellung der persönlichen Kompetenzbilanz.
Selbsteinschätzung und Fremdeinschätzung durch eine Vertrauensperson
gewährleisten, dass die Bilanz ein möglichst realistisches
Bild des eigenen Profils widerspiegelt.
Wer keine Lust verspürt, sich mit dem Instrument Kompetenzbilanz
auseinander zu setzen, der kann sich aus den aufgelisteten Kompetenzfeldern
(Seiten 25 - 27) die relevanten Argumentationshilfen heraussuchen
und ein für alle Male klar stellen: mit mir müsst ihr
wieder rechnen!
Fazit
Es gibt keinen vernünftigen Grund zu glauben, dass Elternzeit
nur dem persönlichen Vergnügen gilt und Unternehmer sich
mit diesem Übel irgendwie arrangieren müssen. Im Gegenteil,
soziale Kompetenzen, die Mütter und Väter während
der Elternzeit neu erworben oder vertieft haben, sind eine Goldgrube
für jedes Unternehmen, das erfolgreich und konkurrenzfähig
sein und bleiben will. Die Kompetenzbilanz sollte Standardlektüre
für Führungskräfte und Personalleitungen in Deutschlands
Unternehmen sein!
Die Kompetenzbilanz ist über diesen Link abrufbar:
http://www.beruf-und-familie.de/files/dldata//c832d5f8d1997112e24ab2ced948800d/dji_kompetenzbilanz_2001.pdf
Viel Erfolg!
eulalie für Rabeneltern.org im Juli 2004
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