Ellys Tragegeschichte

Schon vor der Geburt stand für uns fest, dass unser Kind auch getragen werden sollte. Also machten wir uns nach der Lektüre einschlägiger Testhefte auf in den nächsten Babyladen. Meinem Mann leuchtete das Prinzip eines Glückskäfers mehr ein. - und da das Tragen nicht nur an mir hängen sollte, kauften wir diesen Tragesack.
Unserer Tochter gefiel unsere erste Tour auf jeden Fall gut. Unter meiner Jacke bekam sie nichts mit vom Novemberwetter.

Vor allem im Januar 2002 war das Tragen praktisch: Der Winter brachte Unmengen von Schnee im Thüringer Wald: An Kinderwagenschieben war gar nicht zu denken! Auch das Wandern war mit Tragesack kein Problem.
Nur meine Schwiegermutter war enttäuscht: Hatte sie sich Ostern doch so darauf gefreut, mit dem Kinderwagen stolz durch die Gegend zu schieben! Aber da unser Auto ganz klein ist, konnten wir den Kinderwagen gar nicht mitnehmen. Tragen macht uns so sehr unabhängig!
So ca. mit 5 Monaten drückten mich die Gurte aber sehr, da unsere Tochter nun doch nicht mehr so leicht war. Eine Einkaufstour von 1,5 Stunden wurde schon zur Qual, und ich verspannte total. Im Internet schwärmten so viele Frauen von den Vorteilen des Tragetuchs, so dass ich mir doch noch eines zulegte. Am Anfang hatte ich noch die Befürchtung, dass sich die Investition nicht mehr lohnen würde. Aber nichts da: Sie liebte das Tragetuch genauso wie ihre Mutter. Zunächst benutzte ich meist die Kreuztrage, vor allem weil ich die Kleine da rein- und wieder rausnehmen konnte, ohne das Tuch neu zu knoten. Später kam dann die Wickelkreuztrage hinzu, die doch bequemer ist und noch besser abstützt.
Mein Mann hat sich nach anfänglichem Zögern auch zum Tragetuchfan entwickelt: Der Glückskäfer ist nun verliehen. Erst musste ich ihm das Tuch noch knoten, aber er kann das jetzt auch allein.
Seit Kurzem kommt unsere Tochter auch mal in den Kreuzrucksack - eine Art Wickelkreuztrage auf dem Rücken. Aber noch bin ich damit ungeübt, so dass ich sie fast nur anwende, wenn mir jemand hilft. Vor allem die dicken Winterjacken sind dabei hinderlich.
Praktisch ist das Tragetuch auch beim Zugfahren: Kind in der Kreuztrage, Trolley hinterhergezogen und auf geht's! Nach Wunsch nehme ich sie raus, oder sie macht ihr Nickerchen. Mit Kinderwagen könnte ich mir die Fahrt zu meinen Eltern (viermal umsteigen!) nicht vorstellen.
Nachtrag September 2010:
Im Juli 2004 haben wir eine zweite Tochter bekommen. Auch sie war ein echter Tragling. Unser einziger Versuch mit dem Kinderwagen - ich fühlte mich krank und wollte nicht mit Kind stürzen - endete als Fiasko: Die Jüngere wollte einfach nicht in dem Ding liegen.
Sie wanderte viel schneller auf den Rücken als ihre größere Schwester. Benutzt habe ich auch den Ergo Baby Carrier - vor allem auf den Rücken. Aber auch mit dem Tragetuch habe ich sie viel auf dem Rücken getragen. Laufen lernte sie sogar schneller als die große Schwester.
Die Tragezeit ist in unserer Familie nun vorbei, aber ich erinnere mich gerne an sie zurück. 

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