Kein Embryo entwickelt - Kleine Geburt

2 Tage nach NMT (dem Tag der erwarteten Mens), was bei mir Zyklustag 28 entsprach, habe ich positiv getestet. Das kam etwas überraschend, da wir schon seit 2 oder 3 Jahren nicht verhütet, aber auch nicht stur nach dem Kalender gelebt haben. Den ersten Termin beim FA haben wir für 7+0 gemacht in der Hoffnung, dann schon ein schlagendes Herz sehen zu können.

Nach einem kurzen Vorgespräch ging es dann auf den Stuhl zum Ultraschall. Der FA zeigte uns alles, was man sehen konnte. Er betitelte einen Punkt mit "Dottersack" und einen kleinen Strich mit "die Schwangerschaft". Ein schlagendes Herz konnte man nicht sehen, der FA war allerdings in keinster Weise beunruhigt und nahm einfach nur an, dass mein Eisprung doch etwas später als gedacht war. Er datierte uns um eine Woche zurück und bat uns, in ca. 10 Tagen wiederzukommen.

An den Tagen vor dem nächsten Ultraschall hatte ich ein bisschen ein schlechtes Gefühl und bereitete mich gedanklich auf jedes mögliche Szenario vor. Beim Ultraschall (8+1) stellte sich dann auch tatsächlich raus, dass sich kein Embryo entwickelt hatte. Der FA suchte und suchte, fand einen schönen Dottersack, aber leider kein Embryo. Er war sehr bestürzt, es tat ihm fürchterlich leid und er empfahl, gleich nach dem Wochenende die Ausschabung (die laut ihm eher eine Absaugung ist), machen zu lassen. Er vermutete aber auch, dass das ganze schon von selbst am Wochenende passieren könnte, da er meinte, schon Ablösungen gesehen zu haben.
Nachdem ich gefühlt das komplette Internet nach Informationen bezüglich einer NICHT-Ausschabung durchforstet hatte, habe ich für mich entschlossen, abzuwarten was passiert und meinen Körper das selbständig regeln zu lassen.

Vorerst passierte gar nichts. Mir war weiterhin fürchterlich übel, ich war müde und abgeschlagen, also ganz normal schwanger
In den 14 Tagen danach schwankte ich zwischen totaler Hoffnungslosigkeit und "Vielleicht doch ein Eckenhocker?"
Genau 2 Wochen nach dem letzten Ultraschall begannen leichte Schmierblutungen, die sehr klebrig und zäh waren. Und bei 10+2 begann abends die "kleine Geburt". Ich hatte (vermutlich) wehenartige Schmerzen im unteren Rücken die kamen und gingen. Ich blutete relativ stark. Irgendwann fand ich es über der Toilette zu unbequem und auch etwas seltsam und bin deshalb in die Badewanne umgezogen. Im warmen Wasser liessen sich die Schmerzen sehr gut aushalten und ich habe richtig gemerkt, wie mein Körper "gearbeitet" hat. Es kamen dann über 3 Stunden hinweg schwallartig eine Menge Gewebeteile und - auch selbst für mich als Laien sehr deutlich zu erkennen - die Überbleibsel der Schwangerschaft. Irgendwann bin ich dann aus der Wanne wieder raus und bin mit einer dicken (SEHR dicken)Binde und einer Wärmflasche ausgerüstet ins Bett gewandert. Die Nacht bin ich mehr unterwegs gewesen als dass ich geschlafen habe. Es gingen immer wieder große blutige Gewebeteile ab.

Der Tag danach war recht entspannt bevor es abends wieder etwas kräftiger losging. Die Schmerzen hatten sich allerdings geändert und fühlten sich jetzt mehr an wie starke Regelschmerzen im vorderen Unterleib.
Insgesamt habe ich circa eine Woche lang immer mal wieder stark geblutet und große Teile Gebärmutterschleimhaut abgestoßen. Meist kam es schwallartig abends. Nach einer Woche war das schlimmste überstanden und es tröpfelte nur noch altes Blut hinterher.
Heute (also 12 Tage nach der "kleinen Geburt") war ich zur Nachkontrolle beim FA. Er wirkte etwas verwirrt, wollte auch kurz mit mir schimpfen, stellte dann aber beruhigt fest, dass ich anscheinend ein sehr gutes Körpergefühl hatte und bestätigte dann auch im US, dass wirklich alles abgegangen ist.

Mir geht es sehr gut mit meiner Entscheidung und auch seelisch ist im Prinzip alles ok. Natürlich sind wir beide traurig, dass es nicht geklappt hat, aber wir sind auf der anderen Seite froh (und das wiederhole ich fast mantramässig), dass wir kein Baby verloren haben, sondern "nur" jede Menge Schleimhaut und einen Dottersack. Das macht es etwas leichter....
Ich hoffe, mein Bericht kann einigen helfen, eine Entscheidung zwischen Ausschabung und kleiner Geburt zu treffen. Natürlich muss das jeder für sich entscheiden und vermutlich gibt es auch Situationen, in denen es der Arzt für einen entscheidet oder entscheiden muss. Für mich war es der richtige Weg udn ich bin froh mich dafür entschieden zu haben.

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