Kleine Geburt statt Ausschabung

Nachdem ich erfahren hatte, dass mein Bauchzwerg nicht mehr wachsen wollte, wurde ich ohne Umwege von meiner Gynäkologin in eine Klinik überwiesen, wo eine Ausschabung vorgenommen werden sollte. Ich habe mich in der Klinik vorgestellt, bin freundlich empfangen worden und eine nette Ärztin hat mich untersucht um sich selbst ein Bild von der Situation zu machen. Leider konnte sie lediglich die Diagnose meiner Gynäkologin bestätigen. Unmittelbar im Anschluss an die Untersuchung sollte ich die Unterlagen zur OP unterschreiben und wurde dann direkt zum Narkosearzt geschickt, um dort die eine weitere Beratung zu erhalten. Ich muss wirklich sagen, dass alle Leute mit denen ich in der Klinik zu tun hatte, sehr nett waren. Trotzdem hatte ich die ganze Zeit über ein schlechtes Gefühl bei der Sache.

Spät am Abend habe ich angefangen, hier im Forum von der Kleinen Geburt zu lesen und mir sofort klar, dass das mein Weg ist und warum mein Bauchgefühl vorher so schlecht war.

Gleich am nächsten Morgen habe ich das Geburtshaus kontaktiert, in dem meine Tochter zur Welt kam und die Hebamme in der Telefonsprechstunde hat mir Mut gemacht und mich in meinem Vorhaben bestärkt, solange ich nur kein Fieber bekäme und mich sicher damit fühle. Eine sehr gute Freundin hat dann ihre Hebamme befragt, die ebenfalls der Meinung war, dass es vollkommen okay ist, zu Hause abzuwarten, bis die Schwangerschaft von selbst zu Ende geht. Meine Geburtshebamme hat sich am Abend auch noch bei mir gemeldet, mir ihre telefonische Hilfe zugesichert und mir außerdem zur Unterstützung der Geburt und auch für danach Hirtentäscheltee empfohlen.
Um dem drohenden Blutverlust entgegen zu wirken, habe ich mir außerdem Rote Bete Saft und Kräuterblut besorgt und gleich mit der Einnahme begonnen.

Den Termin in der Klinik hat mein Mann für mich abgesagt. Die Ärztin am Telefon hat meiner Meinung nach toll reagiert. Sie hat darauf hingewiesen, dass unser Vorhaben riskant ist aber sie hat Verständnis gezeigt und uns gesagt, dass wir uns jederzeit melden können, wenn etwas ist.

Seit ich den Entschluss gefasst hatte, die Kleine Geburt zu Hause geschehen zu lassen, hatte ich immer stärker werdende, menstruationsartige Blutungen bekommen. Schmerzen blieben mir zum Glück erspart. Zwar hatte ich ein Ziehen im Unterbauch, das an leichte Wehen erinnerte, aber wirklich weh getan hat es nicht. Nach zwei Tagen war es dann so weit. Das Baby hatte sich von meinem Körper verabschiedet und anschließend hatte ich ca. drei Stunden recht starke Blutungen bei denen auch viel Gewebe mit abgegangen ist. Danach ließen die Blutungen spürbar nach und hatten dann in etwa Wochenfluss-Stärke.

Danach fühlte ich mich sehr gut. Ich bin froh, dass ich mich dafür entschieden hatte, der Natur ihren Lauf zu lassen, und mir die Zeit genommen hatte, mich von meinem Baby zu verabschieden. Dass alles in Ordnung war, sollte sich erst noch zeigen, als ich ein paar Tage später zu meiner Ärztin ging. Ich hatte zwar ein wenig Angst davor, wie sie reagieren würde, wenn sie erführe, dass ich die Ausschabung nicht hatte machen lassen. Die Erfahrung, die ich mit der Kleinen Geburt gemacht hatte, hat mir jedoch den Rücken gestärkt und ich bin mir sicher, es war für mich der beste Weg.

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