Dibbern, Julia: Geborgene Babys

Beziehung statt Erziehung
Books on Demand (Anahita); Auflage: 2. A. (Juli 2006),
rezensiert wurde die 1. Aufl. 2004
ISBN-10: 3937797106
ISBN-13: 978-3937797106
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Bewertung: 5 von 5 Raben

Julia Dibbern räumt auf mit Ammenmärchen! Und dies tut sie in einem solchen Maße, dass es selbst einigen von uns "Rabenmüttern" schon fast "extrem" vorkommen mag. Doch die Autorin ist gern "extrem", wenn dieser Begriff ihre Art des Umgangs mit ihrem Kind beschreibt, denn das Ergebnis, ihr geborgenes Baby, gibt ihr Recht in dem was sie tut. Sie hört auf ihr Herz und in erster Linie auf ihr Kind. Es ist so einfach, seinem Kind voll und ganz zu vertrauen und durch das Vertrauen des Kindes das Richtige für dessen Wohl zu tun, wenn man sich von gängigen Meinungen, dem eigenen Erleben in der Kindheit und gesellschaftlichen "Normen" gelöst hat. Die Autorin plädiert dafür, dass Kinder instinktiv wissen, was sie brauchen und es uns mitteilen. Der Schlüssel ist die Kommunikation, die wir in einigen Bereichen wieder neu erlernen müssen. Ob es nun darum geht, wann das Baby Hunger hat, wieviel Nähe es braucht oder ob es seinen Frust in den Armen der Eltern loswerden will, für alle Bedürfnisse gibt es eine Ausdrucksweise und eine Art, damit umzugehen, sodass sich das Kind ideal entwickeln kann. In "Geborgene Babys" wird (werdenden) Eltern durch viele Erfahrungsberichte (der Autorin und anderer Eltern) veranschaulicht, wie gut wir auch (oder gerade!) ohne den ganzen "Industriekram" auskommen und dafür sorgen können, dass unsere Babys glücklich sind und sich geborgen fühlen. Ein explizites Beispiel dafür ist u.a. das Kapitel "Windelfrei!", in dem erklärt wird, warum Babys keine Windeln brauchen. Alles, was wir fürŽs Elternsein benötigen, tragen wir in uns. Auch wenn nicht jeder mit der Vorgehensweise der Autorin gleicher Meinung ist und für sich entscheidet, einen anderen Weg zu gehen, finde ich ihre Sicht der Dinge anregend und diskussionswürdig. Je mehr Menschen sich mit Alternativen auseinandersetzen und erkennen, dass nicht immer gut ist, was "alle so machen", desto eher wird an veralteten und eingerosteten Verhaltensmustern gerüttelt und etwas verändert. "Geborgene Babys" enthält jedenfalls einige Aspekte, die viele LeserInnen überraschen und hoffentlich zum Nachdenken (und -ahmen?) anregen werden. Sehr schön finde ich die unterschiedlichen Geburtsberichte, besonders interessant den Bericht über eine "Lotusgeburt". Ich habe das Buch förmlich verschlungen und wünsche euch allen viel Spaß beim Lesen! Vielleicht tauschen wir unsere Meinung darüber mal im Rabeneltern-Forum aus... Smile
Nana

Bewertung: 5 von 5 Raben

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