Prekop, Jirina, Schlaf Kindlein - verflixt nochmal!

Ein Ratgeber für genervte Eltern
Kösel

Bewertung: ungeeignet

Das Buch kommt auf den ersten Blick sehr nett daher, Frau Prekop spricht viel von Liebe, Festhalten, Sicherheit und Geborgenheit. Sie sieht sich als eine überzeugte Vertreterin der natürlichen Geburt, des Rooming-in, des Tragens im Tragetuch und weist darauf hin, dass es in ursprünglichen Völkern gebräuchlich ist das Baby zum Schlafen bei sich zu haben. Allerdings sieht sie das Schlafen im Elternbett bei uns komischerweise eher als Problem. Da spricht sie dann auch davon, dass sich das Kind zwischen Vater und Mutter drängt, zum Muttersöhnchen wird und überhaupt die Eltern tyrannisiert. Worin denn nun genau der Unterschied zwischen den Kindern bei den ursprünglichen Völkern und unseren besteht, erläutert sie dann allerdings nicht.

In der ersten Hälfte des Buches erläutert sie ihre Sichtweise von Sicherheit und Geborgenheit für ein Baby. Die Sicherheit sei abhängig davon, dass ein Baby die immer gleiche Situation beim Schlafen vorfinde, sprich so aufwache, wie es eingeschlafen ist. Geborgenheit dagegen empfinde ein Baby in der Gegenwart seiner Bezugspersonen, vorab natürlich der Mutter. Aus ihrer Sicht ist es wichtiger, dass ein Baby Sicherheit empfindet. Geborgenheit ist sekundär. Von daher leitet sie über zu den verschiedenen Dingen, die einem Baby ihrer Meinung nach Sicherheit geben: ein immer gleich bleibender Ort zum Schlafen; Rhythmus, am Besten durch eine Wiege oder Hängematte; und das Einwickeln (Pucken) des Babys.

Im zweiten Teil gibt sie Empfehlungen ab, wie das Ein- und Durchschlafen eines Babys oder auch eines älteren Kindes zu erreichen ist. Dabei wird von ihr als Erstes unterstellt, dass Mütter, deren Kinder Schlafprobleme haben, zu wenig selbstsicher sind. Sie spricht da von kindlichen Müttern. Weitere Vorschläge sind, das Kind abzustillen und zuzulassen, dass sich das Kind von der Mutter löst.

Zum Thema Durchschlafen wird dann unter anderem empfohlen, dem Kind auf keinen Fall mehr etwas zu trinken zu geben, sobald es im Bett ist. Beim Baby, das nachts noch Nahrung braucht (nur im 1. Vierteljahr), ist darauf zu achten, dass es auf keinen Fall während des Trinkens einschläft.

Das ganze Buch ist in sich sehr widersprüchlich, viele Informationen (gerade auch zum stillen) einfach falsch und die Lösungsansätze dermassen platt, dass sie schlicht keine Hilfe sind. Zum Beispiel geht sie mit keinem Wort darauf ein, was man machen soll, wenn Baby eben nicht gewickelt in der Wiege einschlafen will, sondern weint.

Ein Buch, das ich nicht weiterempfehlen kann.
Justine

Bewertung: ungeeignet

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