Mit dem Rad oder Roller zur Schule fahren ist verboten!

Viele Grundschüler und deren Eltern kennen die Information: Bis zur Fahrradprüfung, die in der Regel in der vierten Klasse stattfindet, dürfen Kinder ohne Begleitung eines Erwachsenen weder mit Fahrrad noch mit Roller zur Schule fahren, denn sonst wären sie auf dem Schulweg nicht unfallversichert. Diese Information geben viele Schulen an die Eltern heraus. Dennoch ist sie schlicht falsch!

Wie die Kinder ihren Schulweg bewältigen, hat keine (versicherungs-)rechtliche Relevanz. Wie der Schulweg zurückgelegt wird, ist grundsätzlich und allein die Entscheidung der Eltern, ob zu Fuß, mit Auto oder öffentlichen Verkehrtsmitteln, Roller, Inliner, Fahrrad. Entscheidend ist, dass die Kinder auf ihrem Schulweg bleiben und keine Umwege nehmen oder Abstecher machen.

 

Einige Links dazu:

So ist Ihr Kind auf dem Schulweg versichert
Schülerunfallversicherung
Unfallkasse Hessen: Häufige Fragen/Schüler

 

Ein Beispiel von der Webseite www.schulleiter.de:

"Fall 1: Auch Grundschüler dürfen mit dem Rad kommen

Eine 7-jährige Schülerin kommt mit Erlaubnis der Eltern täglich mit dem Fahrrad zur Schule. Da der Schulweg nicht allzu gefährlich ist und nur durch Wohnstraßen führt, trauen die Eltern dies ihrer Tochter zu. Der Schulleiter hingegen teilt den Eltern mit, es sei verboten und das Kind sei nicht unfallversichert. Er begründet dies damit, dass das Kind noch nicht an dem Unterricht für Verkehrserziehung teilgenommen habe. Außerdem bestehe Helmpflicht für die Kinder und das Mädchen habe keinen Helm.

Rechtslage: Die Schülerin darf mit dem Fahrrad zur Schule fahren. Sie ist dabei durch die gesetzliche Unfallversicherung versichert (§ 2 Abs. 1 Ziffer 8 Sozialgesetzbuch VII).

Begründung: Der Unfallschutz hängt nicht davon ab, welches Verkehrsmittel vom Kind benutzt wird - ob es per Fahrrad, Roller, Skateboard, Skier oder bei Hochwasser per Boot kommt, spielt für die gesetzliche Unfallversicherung keine Rolle. Alle Schüler sind auf dem Weg von und zur Schule und zu Schulveranstaltungen kraft Gesetzes in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Eine gesetzliche Pflicht für Kinder, im Straßenverkehr beim Fahrradfahren Helme zu tragen, gibt es nicht."

Quelle: http://www.schulleiter.de/artikel-lesen/artikel/haftungsregelung-der-schule-bei-diebstahl/

 

Dennoch wird vielfach drauf hingewiesen, dass für besonders Schulneulinge Radfahren ohne Begleitung eine besondere Herausforderung darstellen könnte. Eine Auflistung der Argumente ist hier zu lesen: Verkehrswacht - Mit dem Rad zur Schule

 

Die Unfallkasse NRW empfiehlt:

"Für die Schulanfänger ist das Schulwegtraining auch deshalb unerlässlich, weil der Straßenverkehr sie physisch und psychisch sehr fordert. Verkehrspädagogen und -psychologen haben festgestellt, dass Kinder erst ab acht Jahren die vielen Gefahren im Straßenverkehr richtig einschätzen und sicher bewältigen können. Das gilt besonders für das Fahrrad. Es sollte zu Hause bleiben. Selbst wenn die ABC-Schützen mit ihrem Drahtesel schon gut fahren, sind sie damit im Straßenverkehr noch überfordert."

Quelle: Unfallkasse NRW

 

Es ist ersichtlich, dass es sich um bei solchen Informationen stets um eine Empfehlung handelt und nicht, wie oft betont, ein Verbot seitens der gesetzlichen Unfallversicherung.

Die Schule darf jedoch verbieten, die Fahrzeuge auf dem Schulgelände abzustellen. Dann müssen die Fahrzeuge außerhalb des Schulgeländes geparkt werden.

Wir empfehlen, dass Eltern auf ihr Kind achten und die Gegebenheiten des Schulweges bei der Entscheidung berücksichtigen. Bei Unklarheiten und Fragen wendet man sich am besten an die Unfallkasse des jeweiligen Bundeslandes, da Schulwesen Landsache ist und die Regelungen voneinander abweichen können.

 

 

 

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