Zuckerzwerge jagen
Versucht es mal mit Phantasie...
Na, habt ihr auch so einen kleinen Totalverweigerer zu Hause, was das
Zähneputzen betrifft? Angedrohte Konsequenzen (Süßigkeitenverbot, etc.) haben
keine positiven Auswirkungen? Ihr seid total angespannt und genervt deswegen,
genau wie ich es war? Dann versucht es doch mal damit, die Phantasie des Kindes
anzusprechen.
Mein kleiner Sohn ist jetzt 2 ½ und das Zähneputzen war bis vor einigen Monaten
ein Kampf, den ich oft nur alle zwei Tage auf mich nehmen wollte. Ich habe
alles mögliche ausprobiert, was so an Tipps kursiert: Er durfte mir die Zähne
putzen, elektrische Zahnbürste, etc. – alle Tipps waren nach kurzer Zeit
„verbraucht“. Bei uns half letzten Endes die Geschichte von den Zuckerzwergen.
Das sind eben so kleine Zwerge, die für ihr Leben gerne Zucker essen und
deswegen nach dem Essen anfangen, mit ihren Werkzeugen den in den Essensresten
enthaltenen Zucker von den Zähnen zu meißeln. Dabei kann es leider auch
geschehen, dass sie Löcher in die Zähne machen ;o) Deswegen müssen wir die
Zuckerzwerge regelmäßig mit der Zahnbürste jagen. Es gibt eine ganze Menge von
denen, je nach Lust und Laune: welche mit roter, gelber, grüner Mütze,
Polizei-Zuckerzwerge, Feuerwehr-Zuckerzwerge, ADAC-Zuckerzwerge - und einen ganz
gefährlichen, den mit der Werkzeugkiste, der die anderen Zwerge mit Hämmern und
Meißeln versorgt... Tja, diese Zwerge fliehen natürlich vor der Zahnbürste, und
da müssen wir dann hinterher und kommen so an allen Zähnen mal vorbei ("Au weia,
jetzt ist er mir schon wieder entwischt - hach, da ist er jetzt, schnell
hinterher!"). Manchmal schütteln wir schon zwischendurch welche aus, zum Schluss
werden die ganz hartnäckigen dann aus der Zahnbürste ausgespült.
Seit ein paar Monaten klappt es so mit dem Zähneputzen ganz gut. Ivo jagt
zunächst einmal selbst, dann darf ich auch noch mal hinterher jagen, weil's mir
ja auch solchen Spaß macht ;o)
Wenn das Putzen bereits sehr problematisch ist, würde ich erst einmal für
einige Zeit ganz aussetzen und es dann mal mit dieser Geschichte versuchen. Am
besten zur Einführung das Kind erst einmal bei sich selbst jagen lassen...
Für solche oder andere Geschichten, die die Phantasie beflügeln, muss das Kind
natürlich ein gewisses Alter – ich denke: mindestens 2 Jahre – erreicht haben.
Viel Erfolg beim Ausprobieren!
Roberta im September 2003