Paukenröhrchen ja oder nein?
Der
Einsatz von Paukenröhrchen ist auch unter HNO-Ärzten nicht unumstritten. Gabriel
litt im Alter zwischen 1 1/2 und 4 1/2 Jahren auch unter rezidivierenden (=
immer wieder auftretenden) Mittelohrentzündungen (MOE) - das ist oft einfach
eine Altersfrage. Bei so kleinen Kindern schwillt die Eustachische Röhre (der
Verbindungsgang zwischen Nase und Ohr) bei ungünstigen anatomischen
Verhältnissen leicht zu und schon leidet die Belüftung des Mittelohres, was die
erhöhte Neigung für MOEs erklärt. Das bedeutet, dass jede Erkältung mit
Schnupfen auch eine MOE nach sich ziehen kann. Ganz wichtig ist daher bei
Schnupfen/zugeschwollener Nasenschleimhaut zumindest in der Nacht
schleimhautabschwellende Nasentropfen zu geben, damit das Mittelohr belüftet
wird. Tropfen, kein Spray! Denn Spray erreicht die Eustachische Röhre gar nicht!
Nur Tropfen laufen bei zurückgelegtem Kopf weit genug nach hinten bis hinein.
Bei Gabriel konnten Operation / Paukenröhrchen vermieden werden. An Medikamenten
hat unsere Kinderärztin öfters Otovowen verordnet. Das ist ein homöopathisches
Mittel, das speziell bei akuter Ohrenentzündung und kurmässig bei
rezidivierenden MOEs angewendet wird. Gabriel hat es in der Regel gut geholfen.
Die Anwendung von Nasenballons (kann vom Arzt verschrieben werden – das
Aufblasen des Ballons führt zur Belüftung des Innenohrs) ist oft problematisch,
weil die Kinder den Ballon noch nicht aufblasen können.
Übrigens gibt es auch Studien, die eine positive Auswirkung der
Paukenröhrchen-Operation auf die Sprachentwicklung in Frage stellen. Ehrlich
gesagt - ich würde es eher nicht machen lassen, sondern zunächst weiterhin
konservative Behandlungsmethoden versuchen und die Operation, wenn überhaupt, so
weit wie möglich hinausschieben.
Jede Operation unter Vollnarkose ist eine Belastung für den Organismus. Je
kleiner und leichter der Mensch ist, desto höher die Belastung.
Roberta