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Schwangerschaftserfahrungen und natürliche
Geburt bei BEL (Beckenendlage)
Meine Schwangerschaft mit Janine verlief eigentlich sehr unkompliziert.
Schon sechs Wochen nach einer Fehlgeburt mit Ausschabung war ich
wieder schwanger. Wir haben es drauf ankommen lassen, weil ich mir
dachte, wenn mein Körper eine Schwangerschaft schafft, klappt
es auch, ansonsten nicht. Mein Körper hats geschafft ;-) Da
meine Schwester eine Gaumenspalte hatte, hat mein Gyn mich zum großen
Ultraschall geschickt, um eine Fehlbildung erkennen zu können.
Dabei hieß es dann, die Lippe ist geschlossen, aber die Plazenta
liegt vor dem Muttermund. Sie haben vielleicht Plazenta Praevia.
Na klasse! Da habe ich mich erstmal mit Kaiserschnitt und allem
drumherum auseinandergesetzt. Dabei habe ich gedacht, na hoffentlich
kein Kaiserschnitt, Operation muß nicht sein. Vier Wochen
später war Plazenta Praevia bereits erledigt, die Gebärmutter
hat sich schön ausgedehnt und die Plazenta verschoben. Ab da
hab ich gedacht, normale Geburt, ich komme!!!!
Bei jedem Ultraschall lag Janine immer mit dem Kopf oben. Meine
Mutter sagte, wir hätten auch immer mit dem Kopf oben gelegen,
bis es sechs Wochen vor der Geburt war. Da hätte sie die Uhr
nach stellen können, die Babys haben sich gedreht und sechs
Wochen später gings los (Meine Mutter hatte vier Geburten).
Da war ich beruhigt und habe es auf Genetik geschoben. In der 33.Woche
hat mein Gyn zum ersten Mal gesagt, dass es so langsam mal Zeit
würde, meinen Schatz zum Drehen zu bewegen. In der 35. Woche
habe ich eine Überweisung ins Krankenhaus bekommen, um abzuklären,
ob der Platz noch ausreicht.
Der Arzt hat mir gesagt, es gäbe, wenn Janine sich nicht doch
noch dreht, drei Möglichkeiten: Wendung von außen, Kaiserschnitt
oder eine normale Geburt probieren. Die Wendung von außen
müßte aber so langsam gemacht werden und hat das Risiko
dass sie die Geburt einleitet, Janine also 4-5 Wochen zu früh
auf die Welt käme. Der Kaiserschnitt würde etwa zwei Wochen
vor Termin geplant. Für eine normale Geburt müßte
mein Becken ausgemessen werden, da es ja mein erstes Kind ist und
keiner weiß ob überhaupt ein Kind durchpasst. In diesem
Moment wollte ich der Wendung schon zustimmen, der Arzt wollte aber
keine Entscheidung von mir hören. Ich sollte noch zwei Nächte
drüber schlafen und beim nächsten Termin Bescheid sagen.
In der ersten Nacht habe ich unglaublich schlecht geschlafen und
ich hatte ein ganz schlechtes Gefühl. Da habe ich auf mein
Gefühl gehört und eine Wendung ausgeschlossen. Einen Kaiserschnitt
wollte ich sowieso nicht, also würde ich die normale Geburt
probieren, wenn Janine so weit wäre. Der Arzt war damit sehr
einverstanden und wollte mich auch bis nach der Geburt begleiten.
Er sagte, die meisten seiner Patienten hätten sich für
einen Kaiserschnitt entschieden. Dann wurde mein Becken ausgemessen,
war alles in Ordnung, genug Platz. Mein Arzt erklärte mir,
was während der Geburt auf mich zukommen würde. Ich sollte
zu Beginn der Wehen ins Krankenhaus, egal wie die Abstände
wären. Dann bekäme ich eine PDA, damit ich im Notfall
schon bereit wäre und keine Vollnarkose bräuchte. Ohne
PDA würde er keine normale Geburt machen (und ich hasse alle
Spritzen, die ich nicht sehe !). Er sagte auch, dass mein Kreißsaal
um einiges voller würde, als normal, weil nicht nur er und
die Hebamme plus mein Mann da sein würden, sondern auch ein
Anästhesist und ein Kinderarzt da sein müßten. Das
wäre nötig, falls doch ein Notkaiserschnitt gemacht werden
müßte, was er aber nicht hoffe.
Bis zur Geburt mußte ich wöchentlich zum Gyn und ins
Krankenhaus zur Untersuchung. Zwischendurch versuchte meine Hebamme
mit einer Moxa-Zigarre, Janine zur Drehung zu bewegen, aber außer
Gestank gab es dabei nichts bemerkenswertes. Anfang Februar hiess
es im Krankenhaus, allzu lang könnte nicht mehr gewartet werden,
Janine wäre mit errechneten 3.500 g schon ziemlich schwer und
die Gefahr wäre groß, dass sie bald nicht mehr durchs
Becken passe. Am 7.2. war der errechnete Termin, am neunten sollte
ich ins Krankenhaus kommen und mir für abends einen Cocktail
abholen, dann gingen am nächsten Morgen die Wehen los und am
10. wäre ich Mutter. Am 9. Februar bin ich morgens zur Toilette
und hatte einen kleinen See im Slip. Oje, dachte ich, die Fruchtblase
ist bestimmt geplatzt. Also, Mann wecken, im Krankenhaus kurz anrufen
und los! Um kurz vor sechs morgens waren wir dort, der Muttermund
war aber nur ein Fingerbreit auf, wir hätten noch Zeit. Es
gab noch Frühstück und zur Wehenunterstützung Globuli.
Um halb 12 hatte ich immer noch keine Wehen. Mein Arzt kam aufs
Zimmer, wo ich "zwischengeparkt" war und sagte, wir sollten
einleiten. Mit der Einleitung kamen um halb 1 leichte Wehen. Schon
um halb 2 wurde mir die PDA gelegt (naja, ich hatte es mir schlimmer
vorgestellt), um 2 war Hebammenwechsel und mein Wehentropf wurde
immens hochgedreht. Um vier bereitete die Hebamme Spritzen und seltsame
Sachen vor. Mir schwante bereits, die Vorbereitungen galten meinem
Kaiserschnitt. Da habe ich sie darauf angesprochen und sie sagte,
der Arzt wollte den Schnitt machen, da sich die Fruchtblase ja schon
heute morgen geöffnet habe und es so langsam gefährlich
würde, wegen Entzündungen für das Kind. Ich wußte,
nach Öffnung der Fruchtblase habe ich noch etwa 24 Stunden
Zeit. Die waren noch lange nicht um. Ich sagte ihr, dass ich den
Kaiserschnitt nicht unterschreiben würde, meinem Baby geht
es gut, das sage mir mein Gefühl. Sie wollte den Arzt holen,
fühlte aber nochmal den MuMu. Da kam dann raus, dass die Fruchtblase
noch geschlossen war, was auch immer morgens gewesen war. Die erste
Hebamme hat einen Test vergessen, ob es Fruchtwasser war oder etwas
anderes.
Um kurz vor 5 merkte ich meine Wehen. Die PDA wirkte nicht mehr,
die Hebamme war weg, mein Mann war eine rauchen und das Zimmer hatte
keine Notklingel !! Es war fürchterlich! Minütlich kamen
die Wehen, eine nach der anderen, Pause hatte ich eigentlich keine.
Ich dachte, ich hätte eine halbe Stunde da gelegen bis mein
Mann wiederkam. In Wirklichkeit waren es wohl fünf Minuten,
aber ich dachte, solche Schmerzen, nie wieder!! Die Hebamme spritzte
nach, fühlte meinen MuMu noch einmal und zeigte mir meine Fruchtblase.
Plötzlich kam ein Schwall und die Hebamme war ziemlich nass.
Die Fruchtblase war jetzt erst geplatzt. Ab da hieß es warten,
wie sich der MuMu weiter öffnet und zusehen, dass sich die
Kleine noch weiter ins Becken bewegt.
Regelmäßig wurde die PDA nachgespritzt, zuletzt um etwa
23 Uhr. Um 23.30 kam mein Arzt wieder rein zusammen mit dem Anästhesisten
und sagte, mit jeder Wehe solle ich jetzt mal mitpressen. Witzig,
ohne Gefühl im Bauchbereich!! Mir wurde dann gesagt, wann die
nächste Wehe kam, ich habe gepresst und getan. Dann kamen noch
so Sprüche vom Anästhesisten (ein MANN!) ich solle gefälligst
nochmal nachpressen, die Wehen wären länger als mein Pressen.
Wenn ich nicht so beschäftigt gewesen wäre, hätte
ich ihn... Ich brauch nun mal auch noch etwas Luft.
Um 23.57 war Janine dann doch da, es war absoluter Wahnsinn!! Es
war immer noch so grade Sonntag, sie wog 3530 g und war 50 cm winzig.
Mein Mann war fix und fertig und ich konnte nur noch mein Kind angucken.
Der Anästhesist sagte dann noch, ich hätte es ganz toll
gemacht (Ich fühlte mich ziemlich verarscht).
Der Dammschnitt, der irgendwann zwischendurch mal gemacht wurde
(habe ich absolut nicht gemerkt) wurde genäht und Janine wurde
von meinem Mann gebadet und bekam dann die Brust.
Auch wenn sich manches im Bericht ziemlich fies anhört, es
waren nur Momente, die nicht schön waren, die es in jeder Geburt
geben wird. Ich würde die normale Geburt jederzeit wieder machen,
als einziges Manko gibt es bei mir nur die viel zu frühe PDA.
Ich hatte eigentlich keine Wehen, die habe ich absolut verpaßt.
Das nächste Kind kommt bestimmt und wenn es dann eine PDA gibt,
lasse ich die nicht mehr so früh machen.
Es war eine Erfahrung, die ich dem Kaiserschnitt immer vorziehen
würde. Die Geburtsschmerzen, die ich hatte, sind in meiner
Erinnerung nur noch sehr dunkel, eine Kaiserschnittnarbe wäre
da sehr viel eindringlicher geworden.
Nur Mut allen BELs, probiert die normale Geburt und sucht euch
ein Krankenhaus das euch unterstützt und eure Gefühle
auch berücksichtigt ! Es macht zwar nicht jedes Krankenhaus
eine normale BEL-Geburt, aber auch eine längere Anfahrt lohnt!
Viel Erfolg und liebe Grüße an alle,
Tanja
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