Künstliche Säuglingsmilchnahrung – welche denn nun?
Nach abgepumpter Muttermilch und Spenderinnenmilch (in Deutschland leider
fast nicht zu bekommen), ist künstliche Säuglingsmilchnahrung die einzig
vernünftige Art und Weise, ein Baby zu ernähren. Tier- und Pflanzenmilch,
Schleime wie z.B. Reisschleim oder Schmelzflocken sind absolut nicht zu
empfehlen. Sie können zu schwersten gesundheitlichen Schäden beim Baby führen.
Welche Nahrung für mein Baby??
Künstliche Säuglingsmilchnahrung wird als Anfangsnahrung (Stufe Pre und 1)
und Folgemilch (Stufe 2 und 3) angeboten. Der Muttermilch am ähnlichsten, da im
Eiweiß adaptiert, ist die Pre-Nahrung. Sie kann und soll nach dem Bedarf des
Babys gegeben werden, enthält keine leeren Kalorien durch Stärke oder
Zuckerzusatz außer Milchzucker, dafür aber alle Nährstoffe und Vitamine, die ein
Baby benötigt.
Pre-Nahrung ist für ein nicht-gestilltes Baby die verträglichste und
bekömmlichste Ersatznahrung und kann - neben altersgerechter Beikost im zweiten
Lebenshalbjahr - das gesamte Säuglingsalter hindurch gegeben werden, zumindest
wird sie im ersten Halbjahr empfohlen.
Ebenfalls zu den Anfangsnahrungen zählt die 1-er Milchnahrung. Das enthaltene
Eiweiß ist nur noch teiladaptiert, außerdem enthält 1-er Nahrung meist Stärke
(einige HA1-Nahrungen entsprechen allerdings der Stufe Pre - beim Hersteller
anfragen!).
Besteht der Bedarf kann die 1-er Milchnahrung nach der Pre-Nahrung das
gesamte Säuglingsalter hindurch gegeben werden, die Mengenangaben auf der
Verpackung sollten grob einhalten werden!
Folgemilch der Stufen 2 oder 3 sind aus ernährungsphysiologischer Sicht
unnötig. Sie sind im Eiweiß nicht mehr adaptiert, enthalten Zuckerzusätze und
oftmals auch chemische Aromastoffe. Mit dem Vorbild Muttermilch hat diese Milch
nichts mehr gemeinsam. Oftmals fehlen sogar lebenswichtige Nährstoffe und
Vitamine, weshalb Folgemilch grundsätzlich nur im Rahmen einer Mischkost gegeben
werden darf - d.h. wenn mindestens 2 Milchmahlzeiten vollständig durch Beikost
ersetzt sind. Es besteht sonst die Gefahr, dass das Baby zu dick wird: obwohl
Folgemilch nur wenige Kalorien mehr hat als die Anfangsnahrungen; es handelt
sich dabei um leere Kalorien! Die Trinkmenge sollte die auf der Verpackung
angegebene deshalb nicht übersteigen.
Viele Babys, die an den süßen Folgemilchgeschmack gewöhnt sind, verweigern
später die Kuhmilch und bevorzugen die teure aromatisierte "Kindermilch".
Hypoallergene Nahrung??
An der sogenannten HA-Nahrung scheiden sich die (medizinischen) Geister.
Einige schwören auf die Allergieprophylaxe, andere sehen kaum einen Zusammenhang
zwischen HA-Nahrung und weniger Allergien.
Das Kuhmilcheiweiß der HA-Nahrung ist weiter aufgespalten als in anderer
Milchnahrung, was dem Körper verheimlichen soll, dass es sich um ein Fremdeiweiß
handelt. Der Nebeneffekt ist, dass durch die freigesetzten Amino-Säuren die
Milch bitter schmeckt, weshalb viele Babys sie verständlicherweise ablehnen.
HA-Nahrung gibt es als Anfangs- wie Folgemilch.
Spezialmilch gegen Bauchweh
Zunehmend in Kritik geraten spezielle Milchnahrungen, die Blähungen und
Koliken lindern sollen. Diese sind völlig anders zusammengesetzt als
Muttermilch, z.B. wird bei einigen Produkten einfach der Milchzucker entzogen.
Gefährliche Realität ist es, dass bisher noch nie untersucht wurde, ob und ggf.
welche Langzeitschäden bei Kindern zu erwarten sind, denen so wichtige
Nährstoffe vorenthalten werden.
Spezialmilch gegen "Spucken"
Auch gibt es inzwischen unterschiedliche angedickte Milchnahrungen, die das
Spucken des Babys mindern sollen. Das ist wenn überhaupt nur nötig, wenn das
Baby überdurchschnittlich viel spuckt und dadurch nicht gedeiht. Meist helfen
dann aber Maßnahmen wie: häufige, kleine Mahlzeiten geben; das Baby während und
nach der Mahlzeit leicht aufrecht halten; häufig aufstoßen lassen. Viele Ärzte
raten bei "Speikindern" eher zu einer besonders schnell und leicht verdaulichen
Milchnahrung, auch wenn bei dieser etwas mehr "wieder hoch kommt". Dann ist die
Verdauung nämlich schon fortgeschritten und das Baby hat wichtige Nährstoffe
bereits aufgenommen.
© Rabeneltern.org 2003