Ernährung nach dem 1. Lebensjahr
Was kann mein Kind nun essen und was besser nicht??
Nach dem ersten Geburtstag kann das Kind langsam an den
"normalen" Familientisch herangeführt werden. Es kann nun nach und nach fast
alle Lebensmittel probieren. Salz und Gewürze sollten weiterhin sparsam
eingesetzt werden. Es hat sich bewährt, vor dem Würzen die Kinderportion
abzunehmen.
Vorsicht ist geboten bei
rohem Fleisch und Fisch, rohen Eiern, und bei Leber.
Ganze Nüsse (Haselnüsse,
Mandeln, Cashewnüsse) sollten wegen der Erstickungsgefahr und der Gefahr einer
Lungenentzündung (Verwesung von Irrläufern in der Lunge) ebenfalls noch nicht
gegeben werden.
Bis zum 2. Geburtstag
sollten weiterhin jene Lebensmittel gemieden werden, gegen die mindestens ein
Elternteil allergisch ist, und deren Kreuzallergene (siehe unseren Sachtext -
Die erste Beikost / Was sind Kreuzallergene? -)
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Wie viel und welche Milch sollte mein jetzt Kind trinken??
Idealerweise
sollte ein Kind auch nach dem ersten Geburtstag noch weiterhin nach Bedarf
gestillt werden. Muttermilch deckt den Calziumbedarf des Kindes und liefert
sämtliche wichtige Nährstoffe, so dass eine weitere Gabe von (Kuh)-Milch und
Milchprodukten nicht notwendig ist.
Für Kinder, die nicht (mehr) gestillt werden, gilt:
etwa 350 ml
Vollmilch, 3.5 % Fettanteil (oder etwas mehr als einen kleinen Joghurt)
und
20 g Käse reichen aus, um den Calziumbedarf zu decken.
Mehr Milch sollte es noch nicht sein!!
Fettarme Milch ist nicht empfehlenswert, da das
Gehirn Fett für seine Entwicklung benötigt. Ebenso sollte auf spezielle
"Kindermilch" verzichtet werden. Sie ist teuer, gezuckert und alles andere als
frisch.
Übrigens, Milch ist kein
Durstlöscher, sondern ein Nahrungsmittel! Es ist nicht verwunderlich, wenn
Kinder nach einem Becher Milch erst mal satt sind. Internisten warnen: Viele
Kleinkinder (und Erwachsene!) trinken viel zu viel Kuhmilch. Das belastet die
Nieren und führt zu Übergewicht.
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"Meine Suppe ess' ich nicht!" - vom Suppenkasper & Co
Auch im Kindesalter ist
der Bedarf bei jedem Kind unterschiedlich. Viele Eltern stellen fest, dass ihr
Kind plötzlich viel weniger zu essen scheint, als noch einige Monate vorher. Das
ist kein Grund zur Besorgnis, denn ein Kleinkind benötigt längst nicht mehr so
viele Kalorien zum Wachsen wie noch als Baby.
Gesunde Kinder holen sich
was sie brauchen, wenn ihnen ohne Zwang und Druck ausgewogene Nahrungsmittel
angeboten werden. Typisch sind phasenweise Abneigungen oder besonderer Appetit
auf bestimmte Speisen. Viele Kinder essen plötzlich nur noch Gemüse, nur noch
Kartoffeln oder die berühmten "Nudeln, aber mit ohne Soße". Das ist absolut
normal und wechselt mit der Zeit immer wieder ab.
"Gemüsemuffeln" kann das
Gemüse oft schmackhaft gemacht werden, wenn es roh mit etwas Quark zum Dippen
angeboten wird oder in der Nudelsoße unterbringt (grüne Tomatensoße!). Auch
schmeckt das Essen meist viel besser, wenn die Kinder aktiv beim Einkauf und bei
der Zubereitung mithelfen dürfen, ihnen dabei eigene Verantwortung übertragen
wird, z.B. im Geschäft aus der Kartoffelkiste die schönsten Kartoffeln
aussuchen. Das Gemüse später in Stücke schneiden und Bescheid geben, wenn der
Auflauf fertig aussieht. Kinder sind neugierig und interessieren sich dafür, wo
das Essen herkommt!
Wenn ein Kind absolut
kein Gemüse mag, ist dies nicht weiter tragisch. Es kann seinen benötigten
Vitamin- und Mineralstoffbedarf ebenso über Obst decken.
Weiterhin gilt, das Kind
nicht zum Essen bestimmter Speisen oder gar zum "Teller-leer-essen" zu drängen
oder gar zu zwingen. Alles, was damit erreicht wird, ist eine negative
Einstellung dem Essen gegenüber, wenn nicht Schlimmeres.
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Was ist mit Süßigkeiten und welche Alternativen gibt es??
Gelegentliche Gabe von
Süßigkeiten ist besser als vollständige Verbote, die den Wunsch danach nur
verstärken. Obsthäppchen, Reiswaffeln, Dinkelstangen, Fruchtschnitten,
Trockenfrüchte, selbstgebackene Kekse usw. sind gesunde Alternativen.
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Sind spezielle Kinderprodukte wie "Fruchtzwerge", "Milchschnitte" und Co gesund??
Nein! Diese teuren
Produkte enthalten zuviel Fett, Eiweiß, Aromen und Zucker. Der Anteil an Zusatzstoffen ist meist höher als in
"normalen" Produkten. Außerdem werden diese Kinderlebensmittel meist mit
Vitaminen und Mineralstoffen angereichert; allerdings sehr beliebig und
unsystematisch, so dass es zu extremer Über- oder Unterversorgung kommen kann,
wenn Kinder zuviel davon essen. Für Babys sind sie daher vollkommen
ungeeignet bis schädlich, für Kinder sollten sie allenfalls Süßigkeiten
darstellen, keine täglichen Grundnahrungsmittel.
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Und Vitaminpräparate??
Bei einer
abwechslungsreichen gesunden Mischkost, sind Vitamintabletten und
Multivitaminsäfte überflüssig. Sog. Nahrungsergänzungsmittel sollten - wenn
überhaupt - nur nach Feststellen eines Mangels gegeben werden. Besonders bei den
fettlöslichen Vitaminen (A, D, E, K) ist Vorsicht geboten, da sie sich in der
Leber anreichern.
Die Wirkung von
natürlichen Vitaminen auf den Körper ist außerdem immer positiver als von
chemisch hergestellten. Ökotest und Stiftung Warentest raten von speziellen
Nahrungsergänzungsmitteln ab.
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@Rabeneltern.org 2003