Die erste Beikost
Was genau ist Beikost??
Mit Beikost oder fester Nahrung ist jedes Lebensmittel -
Nahrungsmittel wie Getränk - gemeint, welches das Baby im ersten Jahr neben der
Muttermilch oder der künstlichen Säuglingsmilchnahrung bekommt. Beikost kann
flüssig, fein püriert, gekocht oder roh sein.
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Wann braucht mein Baby seine erste Beikost??
Von wenigen
Ausnahmen abgesehen, ist ein Anbieten fester Nahrung erst ab dem 6. - 8.
Lebensmonat sinnvoll. Folgende Anzeichen zeigen, ob das Baby schon bereit für
erste Beikost ist:
-
es kann aufrecht sitzen - denn erst dann entwickelt es die Fertigkeit, feste Nahrung sicher
zu schlucken
-
der Zungenstreckreflex, der festere Nahrung sofort wieder aus dem Mund schiebt, ist
weitestgehend verlernt worden
-
die Bereitschaft zum Kauen ist vorhanden
-
das Baby ist in der Lage selbstständig Nahrung aufzunehmen und steckt sie in den Mund
-
das Baby zeigt ein anhaltend gesteigertes Stillbedürfnis, was sich nicht durch einen Wachstumsschub, äußere Einflüsse, Zahnen oder
eine Krankheit erklären lässt
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Wie füttere ich zu??
Die Beikost sollte spielerisch, ohne Zwang und zunächst immer nach dem Stillen angeboten werden.
Bis zur Vollendung des ersten Lebensjahres sollte Muttermilch
die Hauptnahrungsquelle des Kindes bleiben und darüber hinaus
weiterhin nach Bedarf angeboten werden. Das Baby sollte selbst
entscheiden, ob und in welchen Mengen es die angebotene Nahrung es zu sich
nehmen möchte.
Idealerweise werden
Muttermilchmahlzeiten nicht ersetzt, sondern ergänzt, bis das Kind von sich aus
auf die Muttermilch verzichten kann. Muttermilch optimiert mit ihren
Bestandteilen die Aufnahme wichtiger Vitamine und Nährstoffe der Beikost und
erleichtert zudem die Verdauung.
Für Kinder, die mit
künstlicher Säuglingsmilchnahrung ernährt werden,
gilt hier eine Ausnahme: Da das Calcium in der Säuglingsmilchnahrung wie in
Kuhmilch die Eisenaufnahme hemmt, sollten in diesem Falle die milchfreien
Mahlzeiten innerhalb eines absehbaren Zeitraums vollständig ersetzt werden, d.h.
es sollte keine künstliche Milchnahrung als "Nachschlag" gegeben werden. Auch
sollten "Flaschenkinder" in der Regel nicht
zu lange ausschließlich mit künstlicher Milchnahrung ernährt werden.
Dadurch kann es leicht zu einem Eisenmangel
kommen. Doch auch für nicht gestillte Kinder gilt die Empfehlung, Beikost erst
nach 6 Monaten einzuführen.
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Wann füttere ich am besten zu??
Die Tageszeit spielt keine
Rolle. Es sollte eine Zeit gewählt werden, in der das Baby gut gelaunt und
ausgeschlafen und die Mutter frei von jedem Zeitdruck ist. Eher ungeeignet sind
die Abendstunden, denn mögliche Unverträglichkeiten fallen so in die Nacht,
stören den Schlaf unnötig oder werden gar übersehen.
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Und was soll ich zufüttern??
Hier gibt es kein
Patentrezept. In einigen Kulturen beginnt man mit Obst, in anderen mit Getreide,
wieder andere halten Gemüse für wichtiger. In Deutschland und Umgebung beginnen
die meisten Eltern mit Gemüse. Geeignete Gemüse sind: Kartoffeln, Pastinaken,
Zucchini, Brokkoliröschen, Blumenkohlröschen, Kürbis. Die "gute alte" Karotte kommt mehr
und mehr in Verruf: Sie ist auch gekocht ein relativ schwer verdauliches Gemüse
und alles andere als allergenarm. Dafür billig und einfach anzubauen, weshalb
die Babynahrungshersteller sie gerne anbieten.
Andere Eltern bieten
lieber zunächst Obst an: Geriebener Apfel oder Birne sollte vor dem Anbieten
stehen gelassen werden.
Erst wenn das Obst etwas braun ist, ist es leichter zu verdauen.
Man kann Obst auch kurz dünsten, dann wird es bekömmlicher. Banane aus kontrolliert-biologischem Anbau
eignet sich ebenfalls.
Eine geeignete
Getreidesorte für den Anfang ist z.B. Reis, glutenfrei, allergenarm und mild im
Geschmack. Auch Hirse, sehr eisenreich, glutenfrei, dafür etwas bitterer ist
beliebt. Getreide sollten im ersten Jahr nur in Form von Getreideflocken gegeben
werden. Im Handel sind sowohl Flocken erhältlich, die man aufkochen muss, als auch
solche, die man einfach in trinkwarme Flüssigkeit oder Obstmus einrühren kann. Letztere
eignen sich besser, denn Muttermilch und künstliche Säuglingsmilchnahrung darf nicht gekocht werden.
Generell gilt: Immer nur ein
neues Nahrungsmittel pro Woche einführen, um bei Unverträglichkeiten den
"Übeltäter" direkt zu erkennen, und natürlich um dem kleinen Organismus die
Möglichkeit zur schonenden Umstellung zu geben.
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Braucht mein Baby Fette/Öle? Welches Öl verwende ich??
Fett ist in der
Gemüsemahlzeit besonders wichtig, wenn das Baby zu dieser Mahlzeit nicht (mehr)
gestillt wird. Ohne zusätzliche Ölzugabe können die wichtigen fettlöslichen
Vitamine aus dem Gemüse nicht aufgenommen werden, die Mahlzeit enthält zu wenige
Kalorien und es drohen Verstopfungen.
Es empfiehlt sich, ca.
eine Woche nach der ersten Beikost Öl einzuführen. Auf 100 g selbstgekochter
Nahrung nach dem Aufwärmen einen Teelöffel Öl geben.
Das Gleiche gilt für Gläschennahrung, der kein Öl zugesetzt ist. Ist dem
Gläschen schon Öl zugesetzt, so ist das lt.
Ökotest meist nicht ausreichend. Hier sollte
auf 100 g Nahrung ein halber Teelöffel Öl beigegeben werden. Es können Raps-,
Sonnenblumen- oder Maiskeimöle verwendet werden. Diese enthalten einen hohen
Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Auf kaltgepresste Öle sollte
zunächst verzichtet werden, weil die darin enthaltenen Peroxyde die kindliche
Leber belasten.
Eine Alternative zum Öl ab dem 8. - 10. Monat ist
Butter. Da sich in Fetten und Ölen besonders gut Schadstoffe ablagern, sollten
diese in jedem Falle aus kontrolliert-biologischem Anbau kommen. Bei der
Butterqualität gibt es nach einer Untersuchung der Stiftung Warentest vom April
2002 hinsichtlich der Schadstoffbelastung keinen Unterschied zwischen Butter aus
herkömmlicher Produktion und „Bio“-Butter. Hier wurde eher das Problem der
Verkeimung durch unzureichende Hygiene bei den Molkereien genannt, was auch
Butter aus kontrolliert-biologischen Anbau betraf.
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Und wie geht es weiter??
Alle 1-2 Wochen kann nun
ein weiteres Lebensmittel in den Speiseplan des Babys aufgenommen werden, wobei
die Devise - besonders bei allergiegefährdeten Kindern - lauten sollte: Weniger
ist mehr. Babys brauchen keine große
Abwechslung. Im ersten Jahr sind drei oder vier Gemüse- und Obstsorten, 2
Getreidesorten, eventuell noch ein oder zwei Fleischsorten, und später Nudeln
und Brot völlig ausreichend (siehe Information zur vegetarischen Ernährung
weiter unten im Text).
Pro Monat sollte höchstens
eine weitere Beikostmahlzeit eingeführt werden, das gilt insbesondere, wenn
Mahlzeiten völlig ersetzt werden sollen oder müssen. Es empfiehlt sich nicht,
zwei hintereinander liegende Mahlzeiten zu ersetzen, da es sonst Probleme mit
der Milchbildung (Rückgang der Milchmenge oder Milchstau) geben kann.
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Welches Nahrungsmittel kann ich ab wann anbieten??
nach dem 6.
Monat:
|
mildes Gemüse (z.B. Pastinaken, Brokkoli, Blumenkohl,
Zucchini, Kartoffeln); Getreideflocken (Reis, Hirse); Obst (Apfel, Birne,
Banane); Fleisch (mageres Rind- oder Geflügelfleisch); Reiswaffeln |
nach dem 8.
Monat:
|
Obst (Melone, Pfirsich); Getreideflocken (Hafer, Dinkel);
Dinkelzwieback und Dinkelstangen |
nach dem 10. Monat:
|
Brot (zuerst Dinkel- und Roggenbrot),
glutenhaltige Getreide (Weizen), Nudeln. Bei Allergiegefahr weiterhin nur
glutenfreie Getreide geben. |
ab einem Jahr:
|
kann das Kind langsam an
normale, sparsam gewürzte Erwachsenenkost heran geführt werden. Mehr dazu
unter "Ernährung fürs (Klein)Kind" |
| Während der Vollstillzeit
braucht ein Baby keine zusätzliche Flüssigkeit, mit der Einführung der
Beikost kann man auch zu den Mahlzeiten etwas zu trinken anbieten. Als
Getränk im ersten Lebensjahr eignet sich Wasser am besten, nach und nach
kann man dem Kind ungesüßten Tee (keinen Instant-Tee) und verdünnten (1:3)
Saft anbieten. Man soll aber dabei bedenken, dass Kräutertee in zu vielen
Mengen schon wie Heilmittel wirken und über längere Zeit nicht ohne weiteres
sollen gegeben werden. Als Saftschorle kann man Apfel- oder Traubenschorle
anbieten. Dabei am besten Direktsaft nehmen. |
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Was soll mein Baby nicht essen??
Allergien werden immer
häufiger, deshalb sollte nach Möglichkeit jedes Baby im ersten Jahr allergenarm
ernährt werden. Folgende Nahrungsmittel sind daher besser zu vermeiden:
-
Tiermilch und deren Milchprodukte (Butter stellt eine Ausnahme dar), diese belasten
außerdem die unreifen Nieren zu stark
-
Fisch und Meeresfrüchte
-
Beerenobst und Zitrusfrüchte
-
Tomaten, Zwiebeln
-
Ei
-
Roggen, Weizen, (Hafer)
-
Nüsse, Mandeln
-
Pilze
-
Soja
Ganz wichtig ist es, Honig
im ersten Lebensjahr zu meiden! Honig kann bei Säuglingen eine schwere
Vergiftung, den so genannten Säuglingsbotulismus hervorrufen. In den USA ist
auch der Ahornsirup als Ursache für den Säuglingsbotulismus bekannt. Dabei
kommt es zunächst zu einer Lähmung des Darms die dann langsam den gesamten
Organismus befällt. Nach einer Verstopfung kommt es zu Schlucklähmung,
Sehstörungen, Muskelschwäche in Armen und Beinen, Halteschwäche des Kopfes und
schließlich zur Atemlähmung.
Das Botulinumtoxin, das
von den Bakterien gebildete Gift, wird bei höheren Temperaturen abgetötet daher
sind Kekse mit Honig relativ unbedenklich.
Überflüssig und schädlich ist Zucker. Obwohl Muttermilch
Zucker (Milchzucker) enthält, ist es nicht ratsam zusätzlichen Zucker zu
verwenden. Der Zuckerkonsum fördert Karies und belastet die Bauchspeicheldrüse
unnötig. Außerdem werden zum Abbau von Zucker Vitamine der B-Gruppe (z. b. Vitamin B1, ist
besonders wichtig für Nerven, Herz und Muskeln) verbraucht, weswegen Zucker auch
als Vitamin-B-Räuber bezeichnet wird. Zucker enthält nur
leere Kalorien und keine Mineralstoffe. Es ist dabei vollkommen egal, welcher
Zucker genommen wird. Zuckerarten sind an der Endung -ose zu erkennen.
Schädlich ist ebenfalls Salz, da es die Nieren eines Babys
belastet. Der natürliche Salzgehalt im Gemüse reicht vollkommen aus. Gewürze sollten sparsam verwendet werden, da die
Geschmacksnerven der Babys sehr empfindlich sind.
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Mein Baby hat ein erhöhtes Allergierisiko, was sollte ich beachten??
Hat mindestens ein
Elternteil Allergien, so ist das Baby erblich vorbelastet und hat damit ein
erhöhtes Allergierisiko. Bei allergiegefährdeten Säuglingen ist es besonders
wichtig, Beikost nicht vor dem 7. Lebensmonat anzubieten. Leiden beide
Elternteile unter einer Allergie, besteht die Möglichkeit einer Vererbung
derselben Allergie zu 60 - 80 %., bei einem Elternteil noch
bis zu 30 %. Diese Lebensmittel (und ihre Kreuzallergene) sollten bei
allergiegefährdeten Kindern deshalb erst nach dem 2. Geburtstag geben.
Die häufigsten Allergien bei Kleinkindern sind Milch- und Hühnereiweißallergie. Aber
auch Soja und Weizen und Nüsse sind stark allergen.
Ebenso wie
Kuhmilch sind auch Ziegen-, Schaf- und Stutenmilch nicht zur Ernährung für Babys
geeignet. Deren Eiweiße sind zum großen Teil identisch mit denen der Kuhmilch
und taugen daher nicht als Ersatz zur Allergieprophylaxe.
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Was sind Kreuzallergene??
Kreuzallergien können durch Stoffe ausgelöst werden, die ähnlich strukturiert
sind. Dies tritt besonders häufig zwischen Pollen und Nahrungsmitteln auf. Bei
Heuschnupfen aufgrund von z.B. Beifuß-Pollen kann es eine Kreuzallergie gegen
Möhren und Äpfeln geben.
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Braucht
mein Baby Milchbrei??
Ein gestilltes Kind kann
seinen vollen Milchbedarf an der Brust decken. Fertige Milchbreie enthalten
unnötigen Zucker, unnötig industriell verarbeitete Früchte, Aromen und viel zu
viele Zusatzstoffe. Soll ein Getreidebrei angeboten werden, so ist ein
angerührter Brei aus reinen Baby-Getreideflocken mit püriertem Obst die gesunde
Alternative. Dabei kann der Brei mit Muttermilch angerührt werden, oder mit der
üblichen Milchnahrung beim "Flaschenkind". Einem Stillkind kann den Brei auch
nur mit Wasser angeboten werden.
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Was ist
mit Fleisch??
Fleisch enthält viel
Eisen. Es ist jedoch nicht zwingend notwendig, wenn darauf geachtet wird,
eisenreiche Nahrungsmittel in Verbindung mit Vitamin C zuzufüttern. Die
Eisenaufnahme wird durch Stillen verbessert.
Wenn ein
Baby den Fleischgeschmack nicht mag, sollte dies
akzeptiert werden. Mag das Baby Fleisch, kann es zwei- bis fünfmal wöchentlich
Fleisch bekommen. Es eignet sich jedes qualitativ hochwertige, fettarme Fleisch,
bestenfalls Bio-Fleisch. Rindfleisch ist besonders reich an Eisen.
Fleisch-Gläschen sind
voller Zusatzstoffe, Salz, Zwiebeln, Kräuter. Sie eignen sich höchstens als
Streichwurstersatz für Kleinkinder.
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Was muss
ich bei vegetarischer Ernährung beachten??
Damit die Eisenversorgung
gesichert ist, sollte eisenreiches Getreide (Hirse) oder Gemüse (z.B. Fenchel,
Brokkoli und Möhren)
mit Obstmus oder -Saft gegeben werden. Das Vitamin C hilft dem Organismus
des Babys das enthaltene Eisen besser verwerten zu können.
Sowohl tierische Milch als
auch künstliche Säuglingsmilchnahrung hemmen die Eisenverwertung, Muttermilch
dagegen optimiert sie.
Calciumquellen sind unter
anderem Bananen und Sesamsamen oder Mineralwasser mit
mehr als 250mg Calcium.
Vegetarische Ernährung von
nicht gestillten Kindern sollte immer sorgfältig mit dem Kinderarzt, eventuell
auch bei einer Ernährungsberatung besprochen werden.
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Und
Milch??
So lange das Baby
mindestens 2-3 mal am Tag gestillt wird, benötigt es keine artfremde Milch.
Muttermilch kann im ersten Lebensjahr und darüber hinaus den gesamten
Calziumbedarf des Kindes decken. Soll vor dem ersten Geburtstag abgestillt
werden, so muss künstliche Säuglingsmilchnahrung gegeben werden. Kuhmilch sollte
nicht vor dem ersten Geburtstag eingeführt werden.
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Was ist Zöliakie und was ist Gluten??
Die Zöliakie
ist eine Stoffwechselerkrankung bei der Gluten nicht vertragen wird. Unter
Gluten versteht man das Klebereiweiß in Getreidesorten wie Weizen, Hafer,
Roggen,
Gerste, Dinkel, Weizenstärke und Grünkern. Eine Zöliakie kann angeboren oder
erworben werden und bleibt ein Leben lang bestehen. Für kleine Säuglinge kann
die Zöliakie lebensbedrohlich werden, weshalb in den ersten 6-8 Monaten Gluten
gemieden werden sollten. Ein erstes Anzeichen einer möglichen Zöliakie sind
schwere Durchfälle und Übelkeit, weiterhin nimmt das Baby nur noch schleppend
oder überhaupt nicht mehr zu. Glutenfreie Getreide sind z.B. Mais, Hirse, Reis, Amaranth und Quinoa
sowie Buchweizen- und Kastanienmehl.
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Selber kochen oder Gläschen füttern??
Beim
Zubereiten von Babynahrung sollten Lebensmitteln aus kontrolliert-biologischem
Anbau der Vorrang gegeben werden, je jünger das Baby, umso wichtiger! Sehr
nitratreiche Gemüse wie z.B. Spinat sollten im Zweifel aus dem Gläschen gegeben
werden. Babynahrung sollte nie lange gekocht, sondern lediglich gedünstet werden
und kann problemlos auf Vorrat zubereitet und dann portionsweise eingefroren
werden. Zu Anfang, wenn das Baby nur kleine Mengen verspeist, eignet sich ein
Eiswürfelbehälter besonders (Hierbei unbedingt auf Hygiene achten!). Oder man
entnimmt kleine Portionen aus dem Gläschen. Diese haben den Nachteil, dass sie
sich nicht als Fingerfood eignen. Weiterhin sind sie teuer und man muss bei
jedem Glas die Zutatenliste genau studieren, damit das Baby nicht versehendlich
mit Zutaten wie Salz, Zucker, Gewürzen, Vollmilch, Sahne o.ä. "überrascht" wird.
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Wie viel sollte mein Baby essen??
Diese
Entscheidung muss das Baby treffen. Gesunde Babys und Kinder verfügen noch über
ein gesundes Hunger- und Sättigungsgefühl und wir sollten alles tun, um dieses
nicht zu zerstören.
"Mengenangaben", z.B. die klassische Gläschenmenge von ca. 200 g, sind lediglich
Durchschnittswerte: Wie es Kinder gibt, die das Doppelte essen, muss es Kinder
geben, die nur die Hälfte benötigen.
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Mein Baby ist ein "schlechter Esser" - was kann ich tun??
Niemals Zwang ausüben! Auch sollte das Baby nicht mit Tricks ("Ein Löffelchen für
Mama ...." oder "Hier kommt das Flugzeug!") zum Essen überredet werden. Der
Hunger variiert bei Kindern, je nachdem ob sie einen Wachstumsschub haben, an
Gewicht zunehmen und hängt natürlich daran, wie aktiv sie sind. Auch beginnende
Krankheiten können ein Grund für vorübergehende Appetitlosigkeit sein. Ebenso
kann das Zahnen den Babys das Essen verleiden.
Einige Babys benötigen von
Natur aus nur einen Bruchteil dessen, was Gleichaltrige essen. Sie sind damit
keine "schlechten" Esser, sie essen lediglich weniger, was weder besser noch
schlechter ist.
Es sollte nie zu einem
Machtkampf um das Essen kommen, denn dabei gibt es nur Verlierer. Eher sollte
das Baby selbstbestimmt entscheiden und auf sein Hunger- und Sättigungsgefühl
vertrauen.
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Was und wie viel sollte mein Baby trinken??
Auch wenn
ein nach Bedarf gestilltes Baby seinen gesamten Flüssigkeitsbedarf an der Brust
stillen kann, hat es sich bewährt, zu der ersten Beikost auch zusätzliche
Flüssigkeit (aus einer Tasse, einem Becher oder einer Trinklerntasse)
anzubieten. Viele Kinder trinken schon ab 6 Monaten gerne mit einem Strohhalm.
Das ideale
Getränk ist Wasser. In Deutschland kann bedenkenlos (auch sehr hartes)
Leitungswasser verwendet werden, außer die Hausleitungen sind aus Blei. Eine zu
hohe Bleiaufnahme gefährdet die geistige Entwicklung, kann Immunschwäche und
Nierenerkrankungen verursachen. Anzeichen: Mattigkeit, Appetitlosigkeit.
Neuverlegte Kupferleitungen und Trinkwasser mit einem ph-Wert unter 6.5 sind
ebenfalls ein Risikofaktor. Der Grenzwert für Kupfer im Trinkwasser könnte
überschritten sein. Eine zu hohe Kupferaufnahme kann bei Babys zu Immunschwäche,
Leberschäden, frühkindlicher Leberzirrhose führen. Anzeichen: Gelbfärbung der
Haut. Trinkwasser wird häufig kostenlos von den Wasserwerken analysiert, wenn
Kleinkinder im Haushalt leben. Ein weiterer Ansprechpartner zu diesem Thema sind
die Gesundheitsämter. In solchen Fällen ist einem nitrat- und kohlensäurearmen
Mineralwasser der Vorzug zu geben.
Auch dünne,
ungezuckerte Früchtetees oder Roibuschtee können angeboten werden, ebenso sehr
stark verdünnte Fruchtsäfte, wenn das Baby Wasser pur nicht mag. Hierbei ist
aber zu bedenken, dass auch ein verdünnter Saft noch viel (Frucht)Zucker enthält
und die Zähne angreift.
Kräutertees
eignen sich nicht als tägliche Getränke! Kräuter haben medizinische Wirkungen
und Nebenwirkungen, außerdem immunisiert der kindliche Körper auf Dauer gegen
die Wirkstoffe und spricht dann auf pflanzliche Medikamente möglicherweise nicht
mehr an.
Dauernuckeln am Fläschchen verursacht Karies. Selbst
dann, wenn es sich um Wasser handelt, denn dieses schwemmt den "Karieskiller"
Speichel von den Zähnen. Deshalb sollte dem Kind die Flasche nicht zum
Selbsttrinken in die Hand gegeben werden und möglichst früh auf einen Becher
umgestellt werden.
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Was ist mit Nahrungsergänzungsmitteln??
Muss ich die umstrittenen Fluoridtabletten geben?
Nein! Karies ist keine Fluoridmangelkrankheit, sondern entsteht durch zu hohen Zuckerkonsum und
schlechte Zahnpflege.
Aktuelle Empfehlung:
Bei Verzicht auf Tablettenfluoridierung können gemäß der neuen
Empfehlung zur Kariesprophylaxe mit Fluoriden der DGZMK vom März 2000 mit
Durchbruch der ersten Milchzähne die im Fluoridgehalt auf 500 ppm (= 0,05%)
angehobenen Kinderzahnpasten Anwendung finden.
Es gibt noch die andere
Empfehlung: Fluoridtabletten zu geben und dann fluoridfreie Zahnpasta zu
verwenden.
Den Kindern sollte 1 x täglich (die ersten zwei
Lebensjahre) und 2 x täglich (ab dem 3. Lebensjahr) gründlich die Zähne geputzt
werden. Empfohlen wird eine erbsengroße Menge an Zahnpasta.
Hinweis: je nach Region, enthält das Trinkwasser unterschiedliche
Fluorid-Konzentrationen. Bei mehr als 0.7 mg/l sollten auf keinen
Fall Fluoridtabletten gegeben werden -> Überdosierung! Z. B.
an weißen Flecken im Zahnschmelz erkennbar.
Was ist mit Vitamin D??
Säuglinge brauchen Vitamin
D zum Aufbau von Knochen und Zähnen. Vitamin D wird unter Sonnenlichtbestrahlung
in der Haut selber gebildet. Insbesondere im Winterhalbjahr reicht diese zumeist
nicht aus, deswegen wird die zusätzliche Gabe von Vitamin D empfohlen.
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