Das Somatogramm II - Babys Idealgewicht
In Deutschland erhalten alle Eltern nach der Geburt ihres Kindes ein
Kinder-Untersuchungsheft, das sogenannte "gelbe Heft". Darin werden die Daten
und Erkenntnisse der empfohlenen Vorsorgeuntersuchungen im Kindesalter
festgehalten.
Ein besonderes Augenmerk wird bei diesen Untersuchungen auf das Gewicht, die
Größe und den Kopfumfang gelegt. Diese Daten werden auf den letzten Seiten des
Heftes in die Somatogramme eingetragen, die Arzt und Eltern helfen sollen,
mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen. Die Somatogramme werden ideal genutzt,
wenn der Arzt z.B. nach einem plötzlich erkennbaren Gewichtsverlust mit der
Mutter zusammen sicherstellt, dass das Baby ausreichend ernährt ist. Ein "Knick
in der Kurve" kann - muss aber nicht - auf einen Fehler in der Ernährung
hinweisen.
Die Perzentilen, egal ob sie Größe, Gewicht oder Kopfumfang betreffen, sind
statistische Durchschnittswerte. Wie jede Durchschnittsangabe können sie nur
funktionieren, weil einige Kinder unter dem Durchschnitt liegen und andere
darüber.
Ammenmärchen
"Mein Kind liegt auf
der 3%-Perzentile - es ist zu dünn!" oder "Mein Kind liegt unterhalb der
97%-Perzentile - es ist zu dick!"
Das sagen diese Linien überhaupt nicht aus! Sie sagen lediglich, dass 3% aller
gesunden Kinder noch leichter sind, d.h. oberhalb der 3 %-Linie und 3% aller
gesunden Kinder schwerer sind, d. h. unterhalb der 97%-Linie liegen.
Die Somatogramme werden z.Zt. überarbeitet. Die aktuellen Somatogramme sind in
jedem Land unterschiedlich, außerdem sind sie in Deutschland veraltet, denn sie
gehen von der gleichmäßigen Zunahme eines Babys aus, welches mit künstlicher
Säuglingsnahrung ernährt wird. Stillkinder jedoch nehmen häufiger schubweise zu.
Oft stagniert die Zunahme sogar für eine Weile komplett, besonders wenn das Baby
bis dahin überdurchschnittlich viel zugenommen hat.
Ein aussagekräftigeres Kennzeichen für eine ausreichende Zunahme ist daher die
durchschnittliche Zunahme pro Woche, die zumindest im ersten Halbjahr bei
mindestens 110 g liegen sollte. Dazu kommen die wichtigen Kriterien der
ausreichend nassen Windeln und das Wachstum von Körperlänge und Kopfumfang. Eine
geringere Zunahme als durchschnittlich 110 g pro Woche sollte zusammen mit Arzt
und einer Stillberaterin abgeklärt werden. Man errechnet sie immer vom
niedrigsten Gewicht nach der Geburt, welches meistens etwas unterhalb des
Geburtsgewichts liegt, nach folgender Formel:
Aktuelles Gewicht - niedrigstes Gewicht nach der Geburt : Alter in Wochen =
durchschnittliche Zunahme pro Woche.
Rabeneltern.org