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"Vor dem Brei, Karotten- oder Obstsaft
in die Milch mischen!"
Eine veraltete Empfehlung für Kinder, die nicht gestillt wurden.
Sie stammt aus der Zeit, in der Kinder mit Kuhmilch-Hafer-Schleim,
Schmelzflocken, etc. ernährt wurden. Dieser, für Babys völlig ungeeigneten
Mischung, fehlen lebensnotwendige Vitamine, die in dieser Form zugesetzt
werden mussten. Bei der heutigen künstlichen Milchnahrung ist dies
nicht mehr notwendig, bei Stillkindern sowieso nicht. Auch das Argument
der Geschmacksgewöhnung ist haltlos, denn Gemüse in Milch hat geschmacklich
nichts mit reinem Gemüse gleich.
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"Das Baby braucht Beikost, wenn ...
... es sich für das Essen der Eltern interessiert!"
Babys interessieren sich für fast alles, sobald ihr Sichtradius
wächst und schon Neugeborene amen Mimiken und Gesichtszüge, so z.B.
das Kauen, nach.
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... es Zähne bekommt!"
Wenn ein Baby einen Zahn bekommt, bedeutet das, dass es einen Zahn
bekommt. Nicht mehr und nicht weniger. Es gibt Babys, die kommen mit
Zähnen zur Welt, andere zahnen erst lange nach dem ersten Geburtstag,
wenn sie schon am Familientisch essen!
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... es ständig die Händchen/sein Spielzeug
in den Mund nimmt!"
Dies ist ein völlig normaler Entwicklungsschritt mit meist 3-5
Monaten: Das Baby erforscht alles was es in die Händchen bekommt
und nutzt dabei seine hochempfindliche Zunge.
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... es verstärkt sabbert!"
Sabbern hat meist mit einschiessenden oder durchbrechenden Zähnen
zu tun, aber auch mit der verbesserten Mundmotorik mit 3-4 Monaten:
das Baby formt den Mund bewusst und bildet erste bewusste Laute,
wodurch der Speichelfluss angeregt wird.
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... es 4 Monate (oder 16 Wochen) alt ist!"
Diese Empfehlung ist inzwischen revidiert. Sie stammt noch aus
der Zeit, zu der die meisten Kinder mit künstlicher Säuglingsmilchnahrung
gefüttert wurden. Noch vor wenigen Jahren hatte diese keine so hohe
Qualität wie heute! Die aktuelle Empfehlung der Weltgesundheitsorganisation
WHO lautet mindestens 6 Monate voll zu stillen oder einen entsprechenden
Muttermilchersatz zu füttern.
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"Gering zunehmende Babys sollten früher
Beikost erhalten!"
Anfangsbeikost hat niemals soviel Kalorien wie Muttermilch. Ein
Baby müsste z.B. fast ein Kilo Karotten essen, um auf die Kalorienmenge
von gut 200 ml Muttermilch zu kommen.
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"Gib dem dicken Kind früh Brei; dem dürren
langt die Brust!"
Eine alte Hebammenweisheit. Zwar hat Muttermilch wirklich mehr
Kalorien als Beikost, allerdings weiß man heute, dass Stillkinder
nicht "zu dick" sein können und im späteren Leben seltener
an Übergewicht leiden.
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"Muttermilch enthält kein Eisen!"
oder: "Nach 6 Monaten reicht der Eisengehalt der Muttermilch
nicht mehr aus!"
Die Eisendepots des Babys reichen normalerweise ca. 6-8 Monate.
Muttermilch enthält tatsächlich nur wenig Eisen. Dafür kann dieses
um ein Vielfaches besser vom kindlichen Körper verwertet werden.
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"Am Anfang schieben Babys die Nahrung
immer wieder aus dem Mund, das muss man nur üben!"
Schiebt ein Baby den Brei immer wieder mit der Zunge aus dem Mund,
so ist dafür der Zungenstreckreflex verantwortlich: Dieser Reflex
schützt das Baby, Nahrung zu sich zu nehmen, bevor es bereit dazu
ist. Dem Baby sollte noch keine Beikost gefüttert werden, bevor
sich dieser Reflex abgeschwächt hat.
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"Eine ordentliche Portion Brei am Abend
lässt die Kinder durchschlafen!"
Wenn es so einfach wäre, müsste niemand über Schlafprogramme diskutieren.
Tatsächlich stellen viele Eltern fest, dass ihre Kinder nach einer
Breimahlzeit sogar eher wieder Hunger bekommen. Das liegt daran,
dass der noch unreife Verdauungstrakt des Babys die Mahlzeit noch
gar nicht richtig verwerten kann, die Nährstoffe kommen quasi ungenutzt
wieder "unten raus". Nicht wenige Kinder schlafen nach
einem "Abendbrei" eher schlechter, da die Nahrung ihnen
„schwer“ im Magen liegt.
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“Traubenzucker ist gesund!”
Nein danke!
Traubenzucker (Glukose) ist ein sogenannter Einfachzucker (Monosaccharid).
Er ist sowohl Bestandteil des Zuckers (Saccharose = Disaccharid,
bestehend aus 1 Teil Glukose + 1 Teil Fruktose), als auch beispielsweise
in Früchten, Gemüse und Honig enthalten. Industriell wird Traubenzucker
aus Mais-, Weizen- oder Kartoffelstärke isoliert. Er ist ein schneller
Energielieferant, seine Süßkraft ist nur halb so hoch wie die des
Zuckers. Isolierter Traubenzucker in Form von Lollis, Bonbons u.
ä. liefert wie sein „großer Bruder“ namens Zucker „leere“ Kalorien
und Karies und ist deswegen keine gesunde Süßigkeit.
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“Aber Rohrohrzucker und Honig sind gesunde
Alternativen für Zucker!”
Die Meinungen sind geteilt.
Die einen sagen: Ja, das stimmt!
Denn Rohrzucker und Honig [-> bitte Hinweis
zu Botulismus beachten] sind natürliche Produkte, d.
h. sie sind nicht raffiniert und enthalten deswegen neben Zucker
auch wichtige Mineralstoffe wie z. B. Kalium, Magnesium, Calzium,
Phosphor und Eisen. Rohrohrzucker ist auch bekannt als Rapadura
oder Ursüße.
Die anderen protestieren: Stimmt nicht!
Rohrohrzucker unterscheidet sich von seinen Inhaltsstoffen kaum
vom weißen Zucker. Lediglich die braun färbenden Melassereste wurden
nicht entfernt. Der Anteil an Mineralstoffen im Vergleich zum Zuckeranteil
ist verschwindend gering. Beim Honig sieht es nicht viel anders
aus. Hinzu kommt, dass Honig an den Zähnen klebt und hinsichtlich
der Kariesgefährdung noch kritischer anzusehen ist als Zucker selbst.
Hier muss sich wohl jede/r mal wieder ;-) seine eigene Meinung
bilden.
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