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Ausgegrenzt! Werden Eltern, die auf ihr Herz hören, im Regen stehen gelassen?

von Robin Grille

übersetzt aus dem Englischen von eulalie für Rabeneltern.org


Im Rahmen meiner Arbeit als Psychotherapeut und im privaten Kontakt mit anderen Eltern, gab es ein immer wiederkehrendes zentrales Thema, nämlich das irritierende Phänomen, welches alle Eltern begleitet, die sich für einen liebe- und respektvollen Umgang mit ihren Kindern entschieden haben. Werden Eltern kritisiert – obwohl Kritik bekanntermaßen der schlechteste aller möglichen Ansprachen ist -, weil sie ihre Kinder vernachlässigen, ist niemand sonderlich verwundert. Aber wenn Eltern beschuldigt und beschämt werden oder gar versucht wird, sie von ihrer Einstellung des liebevollen Elternseins abzubringen, nur weil sie in einer innigen Beziehung mit ihren Kindern leben, dann finde ich das schon erstaunlich. Es scheint, dass diese Eltern riskieren, alleine dazustehen, verurteilt und ausgegrenzt. Auf den Punkt gebracht bedeutet liebevolles Elternsein nichts anderes als sich auf sein Kind einzulassen und ihm zu vertrauen, statt ihm den Rhythmus der Eltern aufzuerlegen. Liebevolles Elternsein steht im wesentlichen auf diesen Säulen: Stillen nach Bedarf, den Abstillzeitpunkt dem Kind überlassen (manchmal erst im Alter von 4 Jahren oder älter), Schlafen im Familienbett und Sauber werden ganz in Ruhe, je nach Temperament des Kindes. Es bedeutet weiterhin, Grenzen zu setzen, ohne das Kind dabei zu beschämen oder zu strafen. Viele Eltern genießen es, sich ihren Kindern auf diese Weise nahe zu fühlen - Wohlwollen und Verständnis, statt Herrschaft des Stärkeren. Überall auf der Welt nimmt die Zahl der Eltern zu, die Elternsein auf diese Weise verstehen. Wenn du dich jedoch für diesen Weg entschieden hast, egal ob aus Überzeugung oder aufgrund eines Umdenkungsprozesses, du wirst mit gesellschaftlichem Widerstand rechnen müssen. Eltern, denen Unterstützung und geteilte Freude zukommen sollte, werden ausgegrenzt und geächtet. Es ist wirklich verblüffend, welch heftige Feindlichkeit fürsorgliche Bemutterung hervorrufen kann. Das Resultat kommt einem Leben im Untergrund nahe, einem Leben als Außenseiter. Es gibt einen signifikanten sozialen Druck, sowohl von ganz „normalen“ Leuten, als auch von so genannten „Experten“ auf alle, die sich außerhalb der gesellschaftlich tolerierten Grenzen bewegen. Dies hat dazu geführt, das viele Eltern praktisch ein Doppelleben führen.

Im folgenden möchte ich einige Beispiele aufführen, die Eltern mir anvertraut haben.

Eine Mutter berichtete, wie sehr sie für ihre Entscheidung, ihre Tochter länger als 6 Monate zu stillen, bei ihren Schwiegereltern auf Ablehnung stieß. Bei Familienbesuchen wurde sie jedes mal aufgefordert, den Raum zu verlassen als sie ihre Tochter stillen wollte. Ihr war das wahnsinnig peinlich. Sie fühlte sich verurteilt, mit Vorurteilen und Kritik überhäuft. Sie hatte gehofft von Sympathie umringt zu werden, im Kreise ihrer Lieben, die ihr Muttersein mit ihr feiern würden. Diese Hoffnung konnte sie begraben.

Stattdessen wurde sie ausgeschlossen und herunter gemacht, kompromittiert, weil sie versuchte eine gute Mutter zu sein.

Stillen in der Öffentlichkeit brachte seine eigenen Unannehmlichkeiten mit sich. Gequält von den ablehnenden Blicken der anderen, wurde sie zum Stillflüchtling. In Restaurants wurde sie in Nebenräume zitiert oder ihr wurde einfach gesagt, sie solle auf dem Klo stillen. Es erforderte sehr viel Mut, aber schließlich war sie so weit, legte sich ein dickeres Fell zu und stillte überall, schwor sich, ihre und die Bedürfnisse ihres Babys an die erste Stelle zu setzen. Sie entschied sich dafür, die Vorurteilen den Leuten zu überlassen. Obwohl sie sich stärker fühlte, taten die missbilligenden Blicke dennoch weh. Als ihre Tochter 18 Monate alt war, musste sie zugeben, dass sie alles tat, um das Stillen zu verheimlichen. Freunde, die trotzdem davon erfuhren, beschuldigten sie des Klammerns und der Unfähigkeit loslassen zu können. Ihre eigene Mutter fühlte sich berufen, ihr Tun als Schande zu bezeichnen.

Im dritten und vierten Jahr ihrer Stillbeziehung reagierten die Freunde damit, sie lächerlich zu machen und zu erniedrigen. Eine Lachnummer zu sein, überlebte sie nur mit Hilfe der Unterstützung von der Nursing Mothers Association und der ungebrochenen Unterstützung ihres Mannes.

Eine andere Mutter beschrieb die Reaktionen ihrer Familie auf das Stillen ihres zweijährigen als feindlich beschämend und voller Missachtung. Ein Stillverbot in ihrem Elternhaus wurde verhängt, in dem ihr mitgeteilt wurde nicht vor unseren Augen, nicht am Tisch oder nimm ihn und geh nach nebenan. Sie erinnerte sich schmerzhaft daran, welchen Ekel der Anblick ihres blanken Busens bei ihrer Familie verursachte. Sie wurde beschuldigt, zu weich zu sein und sich von ihrem Kind auf der Nase herum tanzen zu lassen. Sie fühlte sich völlig isoliert und manchmal sogar regelrecht schikaniert. Diese Stigmatisierung erlaubte es schließlich, dass sie direkt angegriffen und sabotiert wurde. Ihre Schwiegermutter nahm ihre Tochter beiseite und erklärte ihr, dass sie nicht mehr an Mamas Busen trinken dürfe. Die Kleine kam weinend nach Hause und wollte auf keinen Fall mehr zu den Großeltern.

Das gemeinsame Schlafen von Eltern und Kindern im Familienbett ist ein weiteres Thema, das auf Verachtung stößt. Ein Paar, das das Bett mit seinem Kind teilte bis es vier Jahre alt war, verheimlichten dies aus Angst vor Verrat und der Lächerlichkeit ausgesetzt zu werden. Immer wieder dieselben Anschuldigungen: Er wird dir auf der Nase herum tanzen, ihr werdet ihn nie aus eurem Bett heraus bekommen, ihr seid verrückt! Nichts davon bestätigte sich. Die beiden fühlten sich insbesondere von der älteren Generation unverstanden – niemand wollte etwas wissen vom Familienbett. Interessanterweise  unterstützen auch nur wenige der jüngeren Leute ihr Schlafarrangement, so schien es ihnen jedenfalls.  Was sie sehr verwunderten war die Aggressivität, mit der die Kritik hervor gebracht wurde. Einige Leute explodierten förmlich, waren total entsetzt, als würden sie Zeugen einer himmelschreienden Ungerechtigkeit. Warum fragten sie sich, fühlten sich so viele von der Tatsache, dass sie mit ihrem Kind im Familienbett schliefen, persönlich angegriffen? Jahrelang hielten sie geheim, wie sie schliefen, vermieden das Thema, wo sie konnten. Nicht immun gegenüber Selbstzweifeln, fragten sie sich, ob sie vielleicht abnormal wären und ihr Kind missbrauchen würden. Noch heute, Jahre später, wenn sie über das Thema offen sprechen, gibt es immer noch nur wenig Leute, die nicht mit Ablehnung reagieren.

Traurig, wie sehr sich diese heimlichen Umstände ähneln und - wie viele andere Gleichgesinnte auch, sie daran hinderten sich gegenseitig zu unterstützen. Wie viele Eltern mit ähnlicher Einstellung, wurde es ihnen zur Gewissheit, dass sie keine Unterstützung von Familie, Freunden und Bekannten beim Bemühen ihre Kinder liebevoll zu betreuen, zu erwarten hatten. Sie wären keinerlei Anfeindungen ausgesetzt gewesen, hätten sie sich im vorgegebenen Rahmen ihrer Familie und ihres Bekanntenkreises bewegt. Sie zogen die Isolation dem Verrat ihrer Überzeugung, und dem an ihren Kindern vor. Eine Mutter, die dem liebevollen Elternsein nahe stand, stellte zu ihrer eigenen Überraschung fest, dass andere Mütter zu ihren größten Kritikerinnen gehörten. Obwohl sie davon ausgegangen war, dass ihre Freunde, die selber Eltern waren, sie unterstützen würden, musste sie zu ihrer Bestürzung feststellen, dass diese scheinbar in erster Linie daran interessiert waren, sie los zu werden. Unglaublich, sie erkannte, dass andere Eltern viel schroffer  auf ihre innige Beziehung zu ihren Kindern reagierten als ihre kinderlosen Freunde.  Das ist in der Tat eine ungewöhnliche Bilanz. Kann es sein, dass das Miterleben des liebevolle Elternseins bei Kritikern, Gefühle der Unfähigkeit oder der Schuld auslösen? Es ist schwierig genug, dem Druck aus der eigenen Familie oder aus dem Freundes- und Bekanntenkreis stand zu halten. Wenn der Zwang aber von Gesundheits- oder Rechtsexperten ausgeht, können die Folgen noch katastrophaler sein. Zum Beispiel, eine Mutter erzählte mir, dass sie ihre Söhne ohne die Zustimmung des Kinderarztes stillte, der sie mehrere Male aufforderte abzustillen,  bis diese 2 und 4 Jahre alt waren. Sie konnte nicht verstehen, warum der Arzt sich so vehement in ihre harmonische Stillbeziehung einmischte, obwohl sie ihn gar nicht um Rat gefragt hatte. Ein anderer Arzt verlangte von ihr, ihren Sohn eins auf den Hintern zu geben, weil dieser im Spiel vertieft andauernd aus dem Sprechzimmer lief, um gleich darauf wieder hinein zu kommen. Der Kleine hatte nichts angefasst, dennoch empfand der Arzt die Lebendigkeit des Kindes als Missachtung seiner Autorität und nahm an, dass dies ein Zeichen von zu lascher Erziehung wäre. Obwohl sie sich weigerte, ihr Kind zu schlagen, war sie zu eingeschüchtert dem Arzt zu widersprechen. Diese Erfahrung führte dazu, dass sie sehr verunsichert und zögerlich war bei der Auswahl von Ärzten. Die Hilflosigkeit, die wir als Patient empfinden, kann von unerwünschten Ratschlägen noch verstärkt werden.

Die haarsträubendste Geschichte, die mir erzählt wurde, handelte von einer Mutter, die das liebevolle Elternsein praktizierte und der deswegen rechtliche Konsequenzen angedroht wurden. Ein Gutachter an einem Familiengericht nahm sich die Frechheit heraus und bescheinigte dieser Mutter, die ihr 4 jähriges Kind noch stillte, sie wäre überängstlich und psychisch krank. Diese Diagnose entbehrt jeglicher wissenschaftlicher Grundlage und steht im Widerspruch zu aktuellen Studien. Hierbei handelt es sich ganz klar und simpel um nichts anderes als das persönliche Vorurteil des Gutachters, und darf nicht einfach hingenommen werden.  So ein Gutachten kann dazu führen, dass einer Mutter das Sorgerecht entzogen wird, nur weil sie sich außerhalb der Norm bewegt. Müssen wir also Angst haben unser inniges Verhältnis zu unseren Kinder offen darzulegen, nur weil es unseren Ärzten, Anwälten und Gutachtern nicht geheuer ist?

Viele Eltern, die sich liebevoll um ihre Kinder kümmern möchten, fühlen sich gezwungen dies zu verleugnen, ohne zu wissen, dass es noch mehr solcher Eltern gibt, die ebenfalls „abgetaucht“ sind. Im schlimmsten Fall  kann so ein Versteckspiel dazu führen, sich als Außenseiter und Versager zu fühlen, in einer Welt der Beurteilung und Anpassung an die Norm. Ich wünschte, ich wäre jedes mal dabei gewesen, wenn ein Elternteil Stellung bezogen hätte gegen Schlafprogramme oder andere Verhaltensregeln, bei denen es um das Ignorieren von schreienden Kindern ging. Diese Eltern fühlen sich allein gelassen, ohne Unterstützung für ihre Überzeugung. Unter gesellschaftlichem Druck passen sie sich an, um nur nicht aufzufallen. Mütter riefen mich an und sagten mir, wie sehr sie sich in Krabbelgruppen isoliert, herabgewürdigt und lächerlich gemacht wurden, nur weil sie ihre Babys nicht in den Schlaf schreien lassen konnten. Es scheint heutzutage wieder modern zu sein, Zucht und Ordnung walten und sich nicht von schreienden Babys „erpressen“ zu lassen. Folgerichtig wird das Eingehen auf die Bedürfnisse des Babys als Schwäche oder Überbehütung bezeichnet.

Eine Erstlingsmutter, die dachte, ihr Baby müsse nach jedem Stillen schlafen, bat bei ihrem Kreiskrankenhaus um Rat. Ihre Klagen wurden entgegengenommen, ohne sie darüber zu informieren, dass ihre Ansichten über Babys und ihre Ansprüche an sich selbst eher unrealistisch wären. Ihr wurde empfohlen ihr Baby allein in eine Wiege zu legen und es solange schreien zu lassen, wie sie es aushalten konnte. Ihre Toleranzschwelle für diese Methode war nur sehr gering, nachdem sie es einige Male vergeblich versucht hatte. Fragen von gut meinenden Freunden konzentrierten sich fast ausschließlich auf die Schlafgewohnheiten ihres Kindes – Ist sie ein liebes Baby? Schläft sie gut?  Das ständige Nachfragen von ihrer Familie und von Freunden und Bekannten, ob ihr Baby durchschlief, ließen sie in dem Glauben zurück, sie und ihr Baby wären totale Versager. Ihr wurde schmerzlich bewusst, dass das Interesse der anderen sich ausschließlich auf die Frage konzentrierte, wie einfach oder schwer das Baby ihr das Leben machte. Das deprimierte sie. Niemand schien es wichtig zu sein, ob ihr Baby glücklich war, sich gut entwickelte oder mit Neugier in die Welt blickte. Schließlich gab sie auf, entsprach den Erwartungen der anderen und log. Besorgt, weil sie den Anforderungen offensichtlich nicht gewachsen war, suchte sie nochmals das Krankenhaus auf als ihre Tochter 5 Monate alt war. Sie fragte nach einer Methode, die ohne Schreien lassen auskam. Die Schwester erklärte ihr prompt, wenn sie ihr Kind nicht in den Schlaf schreien lassen könne, dann müsse sie davon ausgehen, dass sie unter Trennungsängsten leiden würden. Ohne Kenntnis davon zu haben oder ihre Zustimmung geben zu haben, wurde sie auf die Warteliste für eine Psychotherapie gesetzt. Ihre mütterlichen Instinkte wurden als psychische Krankheit diagnostiziert. Sie hat sich weder der Therapie unterzogen, noch ist sie jemals wieder in ein Krankenhaus gegangen. Alles was geblieben ist, war Misstrauen. Glücklicherweise berichtete sie mir, dass ihre Tochter inzwischen zu einem unabhängigen und fröhlichen Kleinkind herangewachsen und für ihr Alter schon sehr weit war. Sie genießt die regelmäßigen Verschnaufpausen, während ihre Tochter sich mit anderen bestens amüsiert.

Dieses Verhalten steht im krassen Widerspruch zu den Unkenrufen von Familie und Freunden: du hältst sie klein, sie wird nur an dir kleben und du wirst keine freie Minute haben, du bereitest sie nicht auf das Leben vor.

Es gibt eine hartnäckige und weit verbreitete Angst, die dazu noch von Gesundheitsexperten und Erziehungsratgeberautoren geschürt wird, nämlich die, dass Babys, auf deren Bedürfnisse jederzeit eingegangen wird, verwöhnt und klammern würden und für immer abhängig blieben. Die Angst vor dem „alles vereinnahmenden Baby“ ist irrational, dennoch real und intensiv. Bei denjenigen, die an dieser Angst leiden, kann allein der Anblick eines Babys, dass liebevoll umsorgt wird oder die schlichte Erwähnung des Familienbettes, eine nachhaltige Verunsicherung erzeugen.

Wenn wir überwältigt werden von den scheinbar unerfüllbaren Anforderungen des Elternseins, dann brauchen wir Unterstützung, damit wir unseren Kindern weiterhin liebevoll gerecht werden können. Stattdessen stellen wir Regeln auf, die von der Mehrheit der jeweiligen Kultur akzeptiert werden, die die Bedürfnisse von Kindern unterdrücken.  Oder andres ausgedrückt, wenn das Baby zu anstrengend wird, ist etwas nicht in Ordnung mit ihm und es muss umerzogen werden. Wenn das Baby nicht schläft, wenn du es willst, dann stimmt etwas nicht mit ihm. Wenn ein Kind länger als ein oder zwei Jahre gestillt werden will, dann ist es abhängig von der Mutter und muss entwöhnt werden. Wenn es mit dir in deinem Bett schlafen möchte, dann kennt es keine Grenze und leidet unter Trennungsängsten. Und wenn du diese Bedürfnisse deines Kindes befriedigen möchtest, dann bist du überbehütend und oder gar neurotisch.

Die Gründe, warum liebevolle Eltern und ihre Kinder mit Verachtung begegnet wird, sind sicher vielschichtig und komplex. Vielleicht wird die Aussicht auf größere Nähe mit unseren Kindern als Stress empfunden, wenn wir uns ohnehin schon überfordert fühlen.

Es könnte auch sein, dass das Mitansehen müssen von innigen Eltern-Kind-Beziehungen uns schmerzhaft daran erinnert, dass wir in der Kindheit diese vermisst haben. Wir tendieren dazu, Menschen, die wir ursächlich dafür verantwortlich machen, diese unangenehmen Gefühle bei uns zu wecken, zu beschuldigen und zu verdammen. Der vergleichsweise liberale Umgang von  liebevollen Eltern mit ihren Kindern scheint unvereinbar mit unserer überreglementierten Welt. Sie provoziert bei anderen, eher konservativ eingestellten Menschen, so etwas wie einen Kulturschock. Häufig ist das, was als „normal“ akzeptiert ist, nur der Ausdruck unseres kulturellen Erbens und hat nichts damit zu tun, was Babys und Kindern tatsächlich brauchen. Zum Beispiel, erst bis vor kurzem wurde Stillen bis zum Alter von 6 Monaten anerkannt als das Beste für das Baby und bereits als Bonus angesehen, bedenkt man das im 20. Jahrhunderts multinationale Hersteller von Babymilch der Welt weisgemacht hatten, dass das Stillen am besten ganz zu unterbinden sei.

Menschlichkeit bedeutet auch, Kinder als das zu sehen was sie sind, nämlich Kinder und keine kleinen Erwachsenen. Wenn wir lernen Kinder zu genießen und zu achten, dann müssen wir viele von unseren überholten Ansichten, wie wir sie Großziehen sollen, über Bord werfen. Wie wir mit unseren Kindern leben wollen, wandelt sich zur Zeit revolutionär  in vielen Punkten zum Positiven. Trotzdem, viele in unserer heutigen Welt reagieren gleichgültig oder sogar feindselig auf Eltern, die ein inniges Verhältnis zu ihren Kindern möchten. Ich bin überzeugt davon, dass viel mehr Eltern sich diesem Lebensstil  aneignen würden, wenn sie von unserer Gesellschaft dazu ermutigt würden. Hier nur einige Vorschläge: gesetzliche Bestimmungen, um das Stillen am Arbeitsplatz zu fördern, die Hilfe von Großeltern in Familien mit Kindern muss steuerlich begünstigt werden, Veröffentlichung von Artikeln über liebevolles Elternsein in den Massenmedien, um so für mehr Normalität für diesen Umgangstil zu werben, Herausgabe eines offiziellen Verzeichnisses, das Adressen von Ärzten und anderen Gesundheitsexperten enthält, die liebevolles Elternsein unterstützen, Hausbesuche von Stillberaterinnen auf Krankenschein. Auf lange Sicht würden sich all diese Maßnahmen auch finanziell rechnen.  

Bis sich unsere Gesellschaft auf mehr Unterstützung für diesen Stil des Elternseins eingerichtet hat, müssen Eltern von selber aktiv werden. Es kann von großem Nutzen sein, sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen oder selber eine zu gründen. Information über Gesundheitsexperten, die dem liebevollen Elternsein positiv gegenüberstehen oder Fachliteratur könnte so untereinander ausgetauscht werden. Auch kann innerhalb solcher Gruppen gegenseitig moralische und emotionale Unterstützung gegeben werden. Wenn  liebevolle Eltern auch einsam sein mögen, allein sind sie ganz bestimmt nicht!

 

Dieser Artikel ist mit der freundlichen Erlaubnis des Autors Robin Grille bei Rabeneltern.org veröffentlicht und kann im Original mit dem Titel – Banished! Are parents who follow their hearts left out in the cold?- unter http://www.naturalchild.org nachgelesen werden.

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