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Erfahrungsberichte
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Etwas über eine ungezogene Mutter


Alexander hat mir neulich mal wieder den Spiegel vorgehalten – er war hysterisch!

Folgendes nur als Information vor ab: Ich habe manchmal Wahnvorstellungen, die da zum Beispiel sind – meine Jungs sitzen angeschweißt und wortlos wie zwei Autisten  vorm PC und glotzen bei 30 ° C im Schatten in die Röhre.

Was war denn nun passiert?

Alexander hatte an diesem legendären Tag bereits im Kindergarten nach dem Mittagessen mit seinen FreundInnen eine Runde Computerspiele hinter sich.  Zu hause erreichte ihn dann eine super nette Sandmännchengrußkarte von Robertas Gabriel per Email. Auf der dazugehörigen Internetseite gab es noch mehr tolle Sachen – Spiele! Grrr! ;-) Na gut, die waren wirklich süß. Der kleine König, Sandmännchen-Memory, Pickeldy&Frederik. Alexander tauchte in den Monitor ab und war nicht mehr von dieser Welt. Etwa 20 Minuten später kam eine Furie angerauscht – das war ich!

„Alexander, das reicht für heute!“ und zack - hab einfach ausgeschaltet.

Alexander stand neben sich. Er hat getobt und gebrüllt. Die Stühle im Wohnzimmer umgeschmissen, die Kissen vom Sofa gerissen. Er war nicht ansprechbar. Entgegen meines impulsiven Temperaments bin ich cool geblieben – schlechtes Gewissen? Und nicht nur das, meine Lampe im Oberstübchen ist angegangen. Keine Frage, hätte man mir – wer auch immer es wagen sollte ;-) -  so mir nichts dir nichts den Saft abgedreht, ich wäre auuuuuuuuusgeflippt!!!

„Alexander, tut mir leid, das war doof von mir. Wir schalten noch mal ein.“

Alexander sah mich an, sein Gesicht war knallrot, schweißige Haarsträhnen klebten auf seiner Stirn.

„Mama, das war keine gute Idee!“

Ich habe meine Hand nach seiner ausgestreckt und wir sind gemeinsam in die Küche gegangen.

„Guck, wenn der große Zeiger auf der 8 steht, dann ist Schluss. Ohne Weinen, einverstanden?“

Alexander fragte, wie lange das denn wäre.

„Nicht so lange, aber auch nicht kurz.“

„Na gut.“

Er nickte und kletterte auf den Stuhl. Nach 15 Minuten sind wir wieder in die Küche, der große Zeiger stand schon fast auf der 9.

„Mama, ich mach jetzt aus.“

Dann haben wir noch verabredet, dass wir das nächste mal wieder besprechen, wo der große Zeiger auf –Aus- steht. Bisher gibt’s keine Klagen, weder von Alexander, noch von mir.


eulalie, Juli 2003

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